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Afghanistan : Dutzende Tote bei Raketenangriff

  • Aktualisiert am

Am Sonntag verbreitete die Nachrichtenagentur AP Bilder von verletzten Kindern, die in Helmand bei den Gefechten zwischen Truppen der Nato und Taliban ins Kreuzfeuer geraten sein sollen Bild: AP

Bei einem Raketenangriff in der Provinz Helmand sind nach Angaben eines Sprechers des afghanischen Präsidenten Karzai am vergangenen Freitag bis zu 45 Zivilisten getötet worden. Ein Sprecher der Nato-Truppe Isaf bestätigte lediglich „Kämpfe mit Aufständischen“.

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          Bei einem Raketenangriff im Süden Afghanistans sind nach offiziellen Angaben 40 bis 45 Zivilisten getötet worden. Ein Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamit Karzai bestätigte damit am Montag in Kabul einen Bericht des britischen Rundfunksenders BBC, der zuvor von fast 40 Toten berichtet hatte.

          Karzai hatte zuvor angekündigt, der Nationale Sicherheitsrat solle den Vorfall untersuchen, bei dem am Freitag ein Dorf in der südafghanischen Provinz Helmand getroffen wurde. In der Gegend kämpfen Soldaten der internationalen Nato-Truppe Isaf gegen radikalislamische Taliban. Die Untersuchung solle nun klären, ob die Isaf für den Abschuss der Rakete verantwortlich sei, sagte der Karsai-Sprecher. Demnach schlug das Geschoss in einem Haus ein, in dem bis zu 45 Menschen Zuflucht gesucht hatten. Zuvor hatte die afghanische Regierung mitgeteilt, durch die Rakete seien auch Frauen und Kinder getötet worden.

          Isaf-Sprecher bestätigt Kämpfe mit Aufständischen

          Ein Isaf-Sprecher gab an, die Nato-Truppen seien „mehrere Kilometer“ von dem angegriffenen Dorf entfernt in Kämpfe mit Aufständischen verwickelt gewesen. Eine Untersuchung nach den Berichten über zahlreiche Opfer habe jedoch ergeben, dass es keine Hinweise auf getötete Zivilisten gebe.

          Amerikanische Soldaten beobachten einen Luftschlag nahe Musah Qaleh im Norden der Provinz Helmand - zuvor war es dort zu Gefechten am Boden gekommen
          Amerikanische Soldaten beobachten einen Luftschlag nahe Musah Qaleh im Norden der Provinz Helmand - zuvor war es dort zu Gefechten am Boden gekommen : Bild: AP

          In Afghanistan kommen bei Kämpfen von afghanischen und internationalen Truppen mit Aufständischen immer wieder Zivilisten ums Leben. In Deutschland hatte zuletzt der von der Bundeswehr angeordnete Luftangriff nach der Entführung zweier Tanklastzüge am 4. September 2009 für heftige Diskussionen gesorgt.

          Bei dem Angriff waren bis zu 142 Menschen getötet worden, darunter auch Unbeteiligte. Auch die Vereinigten Staaten standen in der Vergangenheit wiederholt wegen Luftangriffen mit zivilen Opfern in der Kritik.

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