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Inszenierung der Islamisten : Die freundliche Fassade der Taliban zerbricht

Taliban-Kämpfer am 19. August in Kabul Bild: AP

Die neuen Machthaber in Kabul beteuern, niemand habe irgendetwas von ihnen zu befürchten. Zugleich aber häufen sich Berichte, die entlarven, was die Versprechungen vermutlich von Beginn an waren: Lug und Trug.

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          Für die Standards der Islamisten war die Art und Weise, in der sie sich seit der Eroberung Kabuls präsentierten, nahezu eine Charmeoffensive. Den Afghanen wurde Sicherheit auf den Straßen versprochen. Die Taliban verkündeten, Soldaten und Regierungsmitarbeiter hätten ebenso wenig zu befürchten wie frühere Ortskräfte der ausländischen Truppen oder internationaler Organisationen.

          Christian Meier
          Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika.

          Die Taliban würden „nicht versuchen, an irgendjemandem Rache zu nehmen“, sagte ihr Sprecher Zabihullah Mudschahid in seiner ersten Pressekonferenz in Kabul am Dienstag. Das Recht von Frauen auf Bildung werde geschützt, hieß es, und sie könnten sogar für die Regierung arbeiten. Werbewirksam ließ ein führender Talib sich von einer Frau im Fernsehen interviewen.

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