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Afghanistan : Die Flucht steuern

  • -Aktualisiert am

Kontrollposten am Kabuler Flughafen am 20. August Bild: Reuters

Viele Politiker sagen, dass sie keine große Flüchtlingswelle in Richtung Europa wollen. Dabei wird es auch auf die öffentliche Kommunikation ankommen.

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          An den europäischen Außengrenzen gibt es noch keinen großen Andrang von Menschen, die aktuell aus Afghanistan geflohen sind. Trotzdem tun sich in der EU die alten politischen Gräben aus der Flüchtlingskrise auf. In Osteuropa will man den Zuzug auf ein Minimum beschränken, in Österreich gleich ganz auf null, während weiter westlich und in Brüssel der Kreis der Schutzbedürftigen großzügiger ausgelegt wird.

          Eine moralische Verpflichtung haben die Staaten, die in Afghanistan im Einsatz waren, in der Tat gegenüber ihren Ortskräften und Leuten, die sie (politisch) in Kabul gefördert haben. Genau dazu dienen ja die westlichen Luftbrücken nach Kabul, die trotz der schwierigen Lage schon Tausende außer Landes bringen konnten. Zur bitteren Wahrheit des gescheiterten Engagements in Afghanistan gehört aber auch, dass der Westen nicht jeden wird ausfliegen können, der das wünscht.

          Generell sollte man vorsichtig mit dem Anbieten von „sicheren und legalen Routen“ sein, wie sie die Kommissionspräsidentin fordert. Signale der Aufnahmebereitschaft werden von Schleusern oft schamlos aufgeblasen; die afghanische Gerüchteküche könnte ihr Übriges tun.

          Wenn eine wirklich große Flüchtlingsbewegung in Richtung Europa verhindert werden soll, wie das angeblich viele Verantwortliche wollen, dann muss sich das auch in der öffentlichen Kommunikation widerspiegeln. 2015 hat das nicht geklappt, mit den bekannten Folgen.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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