https://www.faz.net/-gpf-86t3a

Afghanistan : Deutsche Entwicklungshelferin in Kabul entführt

  • Aktualisiert am

Nach der Entführung einer deutschen Entwicklungshelferin stehen afghanische Sicherheitskräfte vor dem GIZ-Büro in Kabul. Bild: dpa

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist eine deutsche Entwicklungshelferin aus dem Auto gezerrt und verschleppt worden. Niemand bekannte sich bisher zu der Tat.

          1 Min.

          In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist eine deutsche Entwicklungshelferin entführt worden. Die Frau wurde am Montag im Stadtteil Kala-e-Fatullah von bewaffneten Männern aus ihrem Auto gezerrt und verschleppt, wie Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Zunächst bekannte sich niemand zu der Entführung. Die Sicherheitslage in Kabul gilt derzeit als extrem angespannt.

          Aus afghanischen Regierungskreisen hieß es, die entführte Frau arbeite für die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Ein Sprecher der bundeseigenen Entwicklungsorganisation wollte sich dazu nicht äußern.

          Aus dem Auswärtigen Amt hieß es lediglich, man bemühe sich um schnellstmögliche Aufklärung. Über Einzelheiten des neuen Falls schwieg das Ministerium. Ein Sprecher sagte lediglich: „Dass die Sicherheitslage in Afghanistan nicht einfach ist, liegt auf der Hand.“

          In Afghanistan halten sich nach Angaben der Bundesregierung derzeit nur noch etwa zwanzig deutsche Entwicklungshelfer auf. Außerdem sind etwa 1700 Einheimische für deutsche Entwicklungsorganisationen tätig. Die Hauptstadt Kabul galt lange Zeit als verhältnismäßig sicher. In den vergangenen Wochen wurden dort bei mehreren Anschlägen allerdings mehr als 50 Menschen getötet.

          GIZ-Mitarbeiter, die anonym bleiben wollten, sagten der Deutschen Presse-Agentur, die Organisation habe Drohungen von Unbekannten erhalten und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Nicht dringend notwendiges Personal sei in Urlaub geschickt worden. Seit vergangener Woche arbeiteten die übrigen Mitarbeiter von zu Hause aus.

          Erst im Mai war ein für die GIZ tätiger Deutscher im Norden des Landes von den radikal-islamischen Taliban entführt worden. Dem Mann gelang nach etwa sechs Wochen in Geiselhaft die Flucht. Von einer niederländischen Entwicklungshelferin, die im Juni in Kabul verschleppt wurde, fehlt jede Spur.

          Seit dem Sturz der Taliban 2001 flossen aus Deutschland bereits etwa drei Milliarden Euro an Entwicklungshilfe nach Afghanistan.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Milliardär Michael Bloomberg (links) in seiner ersten Fernsehdebatte zur Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Demokraten am Mittwoch in Las Vegas

          Fernsehdebatte der Demokraten : Bloomberg im Kreuzfeuer

          Zum ersten Mal nimmt Michael Bloomberg an einer Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber teil. Sofort ist der „arrogante Milliardär“ der Lieblingsfeind seiner Konkurrenten. Doch er teilt auch aus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.