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Afghanistan : Bundeswehr verlässt „OP North“

  • Aktualisiert am

Verteidigungsminister de Maizière bei seinem Besuch in „OP North“ im März Bild: REUTERS

Die Bundeswehr zieht aus dem „OP North“ in der Unruheprovinz Baghlan ab. Dort haben deutsche Soldaten drei Jahre lang an vorderster Front gekämpft.

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          Die Bundeswehr hat ihren einst gefährlichsten Außenposten in Afghanistan geräumt. Der „Oberservation Post North“ (Beobachtungspunkt Nord) in der Unruheprovinz Baghlan wurde am Samstag in einer feierlichen Zeremonie an die afghanischen Streitkräfte übergeben, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mitteilte. Zuletzt waren an dem Stützpunkt rund 200 deutsche Kräfte stationiert. Er soll von 250 afghanischen Soldaten weiter betrieben werden.

          Das Camp liegt 70 Kilometer westlich von Kundus an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Der „OP North“ wurde vor drei Jahren aufgebaut, als die Taliban-Angriffe ihren Höhepunkt erreichten. Das Lager erlangte traurige Berühmtheit, als ein afghanischer Soldat dort vor gut zwei Jahren ein Blutbad anrichtete und drei Bundeswehr-Angehörige tötete.

          De Maizière nannte „OP North“ einen „besonderen Ort“

          Die Übergabe des „OP North“ ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Bundeswehr raus aus Afghanistan. Im Herbst soll mit Kundus ein weiteres Feldlager geschlossen werden, das als Symbol für den verlustreichsten Auslandseinsatz der Bundeswehr gilt. Übrig bleibt danach nur noch das Hauptquartier in Masar-i-Scharif als größerer Bundeswehrstandort in Nordafghanistan.

          Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den „OP North“ im März besucht und ihn einen „besonderen Ort“ für die Bundeswehr genannt. „Hier wandelte sich der Einsatz vom Brunnenbohren zum Kampfeinsatz“, sagte er. „Hier musste sich die Bundeswehr in besonderer Weise bewähren, kämpfen können und im Gefecht bestehen.“

          Afghanische Armee und Polizei sollen bis Ende nächsten Jahres alleine für die Sicherheit im Land sorgen. Der Abzug der Bundeswehr aus dem Land läuft bereits seit etwa einem Jahr. Die Truppe ist bereits von einst mehr als 5000 auf rund 4300 Soldaten verkleinert worden. Der Kampfeinsatz der Nato-geführten Schutztruppe Isaf soll Ende 2014 auslaufen. Danach soll sich ein kleinerer Nato-Einsatz mit deutscher Beteiligung auf die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte konzentrieren.

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