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Afghanistan : Auf der Suche

  • -Aktualisiert am

Bundeswehrsoldaten begleiten Soldaten der afghanischen Nationalarmee bei einer Patrouille Bild: ddp

In Afghanistan ist die Lage im verflixten siebten Jahr nach dem Sturz der Taliban deutlich schlechter geworden. Jetzt wird nach einer neuen Strategie gesucht. Einige Elemente des neuen Ansatzes sind bereits zu erkennen: Die Diplomatie wird eine erheblich größere Rolle spielen als bisher.

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          Seit der Rede Barack Obamas in Berlin vor einem halben Jahr ist zu ahnen gewesen, dass er als Präsident von den europäischen Nato-Partnern einen höheren Einsatz in Afghanistan erwarten oder fordern würde: mehr Soldaten, mehr Unterstützung beim politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau, mehr Geld. In einer frühen Phase des Wahlkampfes, als der Irak noch ein wichtiges Thema war, mag es für den Kriegsgegner Obama auch taktisches Kalkül gewesen sein, Afghanistan wieder zur „Hauptfront“ im Kampf gegen den Terrorismus zu erklären. Doch die Entwicklung in beiden Ländern während des vergangenen Jahres hat es notwendig gemacht, dass die Vereinigten Staaten den Schwerpunkt ihres militärischen Engagements wieder an den Hindukusch verlagern.

          Im Irak hat sich die Lage klar verbessert; in Afghanistan dagegen ist sie im verflixten siebenten Jahr nach dem Sturz der Taliban deutlich schlechter geworden. Die Zahl der Selbstmordattentate und Anschläge mit Sprengfallen nahm um gut vierzig Prozent zu; 3276 Zwischenfälle (rechtzeitig entdeckte und nicht zur Explosion gebrachte Bomben mitgezählt) registrierte das amerikanische Militär für 2008. Ein ähnlicher Zuwachs war bei grenzüberschreitenden Aktionen von Kämpfern der Taliban und Al Qaida aus Pakistan festzustellen. Schon im Herbst verwendeten die amerikanischen Geheimdienste in einer gemeinsamen Einschätzung den Begriff „Abwärtsspirale“. Der Oberbefehlshaber der von der Nato geführten internationalen Stabilisierungstruppe Isaf, General McKiernan, forderte mehr Truppen mit besseren militärischen Fähigkeiten. Und noch in den letzten Monaten der Regierung Bush begann man gleichzeitig an drei verschiedenen Stellen mit einer grundsätzlichen Überprüfung des Afghanistan-Einsatzes.

          Die Region stabilisieren

          Die Suche nach einer „neuen Strategie“, an der das Weiße Haus, das Pentagon und das für die Region zuständige Hauptquartier „Central Command“ unter seinem Befehlshaber General Petraeus beteiligt sind, dauert noch an. Erst Anfang April, auf dem Nato-Gipfeltreffen in Baden-Baden und Straßburg, will Obama den Bündnispartnern seine Pläne präsentieren. Allerdings sind schon jetzt einige Elemente des neuen Ansatzes zu erkennen: Die Amerikaner werden ihre Truppen von derzeit 32.000 auf bis zu 60.000 Mann nahezu verdoppeln; eine zusätzliche Kampfbrigade der 10. Gebirgsdivision wird gerade nach Afghanistan verlegt.

          Die Diplomatie wird künftig eine erheblich größere Rolle spielen als bisher; das zeigt schon die Ernennung des „Bulldozers“ Richard Holbrooke zum Sonderbeauftragten für die Region. Auf Präsident Karzai, der im August wiedergewählt werden möchte, dürfte der politische Druck zunehmen; er soll die Effektivität seiner Regierung steigern und entschiedener gegen die Korruption und einige Hauptfiguren des Rauschgiftgeschäfts (zu denen auch einer seiner Brüder gehören soll) vorgehen. Und Pakistan, das den Taliban und radikalislamischen Fanatikern der Al Qaida aus der arabischen Welt und Zentralasien als Rückzugsgebiet und Raum zur Rekrutierung und Ausbildung neuer Kämpfer dient, wird noch stärker als bisher in die Bemühungen einbezogen, die gesamte Region zu stabilisieren.

          In die Pflicht nehmen

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