https://www.faz.net/-gpf-1206k

Afghanistan : Amerika schickt weitere 17.000 Soldaten

  • Aktualisiert am

Amerikas Präsident Obama will das Truppenkontingent in Afghanistan kräftig aufstocken Bild: AFP

Präsident Barack Obama stockt das Truppenkontingent in Afghanistan kräftig auf. Zu den bereits 38.000 amerikanischen Soldaten vor Ort will er weitere 17.000 entsenden. Sie seien notwendig, „um die sich verschlechternde Lage zu stabilisieren“. Allerdings glaubt Obama nicht, dass der Konflikt mit militärischen Mitteln allein zu lösen ist.

          Amerikas Präsident Barack Obama hat der Entsendung von 17.000 weiteren Soldaten nach Afghanistan zugestimmt. Sie seien notwendig, „um die sich verschlechternde Lage zu stabilisieren“, erklärte Obama am Dienstagabend (Ortszeit). Mit militärischen Mitteln allein sei der Konflikt aber nicht zu lösen, zeigte sich Obama in einem Interview mit der staatlichen kanadischen Rundfunkgesellschaft CBC überzeugt.

          Aufgrund einer entsprechenden Bitte von Verteidigungsminister Robert Gates würden im Frühjahr und im Sommer zwei Brigaden nach Afghanistan entsandt, erklärte Obama in Washington. Bislang sei in Afghanistan zu wenig getan worden. Obama hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, Truppen aus dem Irak abzuziehen und stattdessen an den Hindukusch zu entsenden. Er verwies auf die zunehmende Gefahr durch die Taliban und Mitglieder des internationalen Terrornetzwerks Al Qaida, die von ihren Rückzugsräumen in Pakistan aus operierten und sich dort sicher fühlten. Die „neuen strategischen Ziele“ würden in Abstimmung „mit unseren Freunden und Verbündeten“ entwickelt, sagte Obama.

          Bereits 38.000 Amerikaner vor Ort

          Ende des Frühjahrs sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums 8000 Marine-Infanteristen entsandt werden, Mitte des Sommers dann 4000 weitere Soldaten. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen noch einmal 5000 Soldaten hinzukommen. 38.000 amerikanische Soldaten befinden sich bereits vor Ort. Der amerikanische Kommandeur in Afghanistan, General David McKiernan, hatte 30.000 zusätzliche Soldaten angefordert.

          Der republikanische Senator John McCain, der Obama bei den Präsidentschaftswahlen im November unterlegen war, begrüßte die Verstärkung der Truppen. Er hoffe, dass dies „der erste Schritt eines neuen umfassenden Ansatzes für Afghanistan“ sei, erklärte der Senator von Arizona in Washington. Ein solcher sei „lange überfällig“.

          Nato berät am Donnerstag über Truppen-Aufstockung

          Die Nato-Verteidigungsminister wollen von Donnerstag an im polnischen Krakau über eine Aufstockung ihrer Truppen in Afghanistan und eine neue Strategie im Kampf gegen Drogen beraten. Bisher umfasst die internationale Afghanistan-Truppe unter Führung der Nato rund 55.000 Mann. Daneben will die Nato die Truppenzahl zur Absicherung der afghanischen Präsidentschaftswahlen am 20. August für drei bis vier Monate aufstocken.

          „Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir die Probleme in Afghanistan, mit den Taliban und die Ausbreitung des Extremismus in dieser Region nicht alleine mit militärischen Mitteln in den Griff kriegen“, sagte Obama CBC. Diplomatie und Entwicklungshilfe seien ebenfalls nötig. Er wolle „sehr bald“ eine „ganzheitliche Strategie“ vorstellen, kündigte Obama an. „Afghanistan ist noch zu gewinnen.“ Der neue amerikanische Präsident wird am Donnerstag zu seinem ersten Auslandsbesuch in Kanada erwartet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Thunberg beim Klimagipfel : „Wie könnt Ihr es wagen!“

          Greta Thunberg kritisiert beim UN-Klimagipfel in New York die zögerliche Haltung der Politik beim Klimaschutz und reicht eine Menschenrechtsbeschwerde ein. Bundeskanzlerin Merkel antwortet: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“

          Pendlerpauschale : Habecks Eigentor

          Es sei doch sympathisch, wenn Politiker mal zugeben, dass sie keine Ahnung haben, heißt es. Das stimmt – bei Robert Habeck und der Pendlerpauschale aber ist es fatal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.