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Afghanistan : Das abrupte Ende der deutschen Polizeimission

Es war einmal: Afghanische Rekruten mit einem deutschem Polizeiausbilder 2010 in Kundus Bild: Daniel Pilar

Knapp zwei Jahrzehnte lang versuchten deutsche Polizisten, Afghanistan sicherer zu machen. Sie bildeten einheimische Polizisten dazu aus, Recht und Gesetz zu verteidigen. Die Bilanz fällt ernüchternd aus.

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          Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat das Engagement der deutschen Polizeien in Afghanistan beendet. Es sei „keine Streifenfahrt“ gewesen, sondern „tapferer Dienst (...) fernab der Heimat“, teilte er in einer nur wenige Zeilen langen Erklärung per Pressemitteilung vergangene Woche mit. Hunderte deutsche Beamte haben in den vergangenen 19 Jahren in Afghanistan versucht, eine Polizei aufzubauen, die sich an Recht und Gesetz gebunden fühlt. Seehofer selbst hat während seiner Amtszeit das deutsche Kontingent nie besucht. Der Aufbruch erfolgte von jetzt auf gleich. Knapp zwei Jahrzehnte des Polizeiaufbaus endeten in einer fluchtartigen Heimkehr der deutschen Ausbilder.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Der Dienst in Kabul und den Nordprovinzen war seit Langem eine äußerst schwierige Mission. Männer und Frauen, die sich aus Pflichtbewusstsein und Solidarität für das von Jahrzehnten des Kriegs gezeichnete Land an der Mission beteiligt hatten, kamen aus ganz Deutschland. Es waren neben vielen Bundespolizisten einzelne Helfer aus allen Bundesländern, die für Monate ihren normalen Dienst unterbrachen, um nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan einen neuen Staat aufzubauen.

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