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Äthiopiens plötzliche Öffnung : Die Generäle lockern die Zügel

  • -Aktualisiert am

Kaum ein Tag ohne gute Nachricht: Ministerpräsident Abiy Ahmed bei einem Besuch im Bundesstaat Oromia am Montag Bild: Reuters

Äthiopiens neuer Regierungschef lässt politische Gefangene frei und sendet Signale der Entspannung ans Ausland. Oppositionelle sind verblüfft – bleiben aber misstrauisch.

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          Das kleine Häuschen in der Stadt Burayu ist ausgebaut wie eine Festung. Eine Mauer schützt das Anwesen, überzogen von Stacheldraht, nach vorne ein zwei Meter hohes Tor, dahinter parkt ein Geländewagen in Fluchtrichtung. Doch vor der Nachbarschaft dürfte sich der Hausherr am wenigsten fürchten. Hier im Kernland der Oromo, rund eine Autostunde von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt, wird der Oppositionspolitiker Merera Gudina wie ein Held verehrt. Freundlich hatten Anwohner zuvor den Weg durch das Gewirr staubiger Pisten gewiesen.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Der Professor dürfte sich wohl eher vor der Staatsmacht fürchten: Erst im Januar hatte diese ihn mit hundert anderen politischen Gefangenen aus der Haft im Kilinto-Gefängnis am Stadtrand von Addis Abeba entlassen; nach einem Jahr und drei Monaten. Der Grund für die Verhaftung war gewesen, dass Merera Gudina einen Staatsstreich geplant haben soll. Eine Farce, natürlich.

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