https://www.faz.net/-gpf-u6mf

Äthiopien : Zehn der verschleppten Touristen anscheinend wieder frei

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Zehn der in Äthiopien vermissten ausländischen Touristen sind anscheinend wohlbehalten wieder aufgetaucht. Das bestätigte der Reiseveranstalter. Unter den Verschleppten war angeblich auch die Frau eines britischen Diplomaten.

          2 Min.

          Zehn der in Äthiopien vermissten ausländischen Touristen sind laut Reiseveranstalter wohlbehalten wieder aufgetaucht. Der Veranstalter in Addis Abeba konnte nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP inzwischen Kontakt zu den Vermissten herstellen. Das teilte er der Nachrichtenagentur AFP mit.

          Im Nordosten Äthiopiens waren nach bislang nur bruchstückhaft bestätigten Informationen bis zu 15 europäische Touristen sowie vier äthiopische Fahrer und zwei Übersetzer von Unbekannten entführt worden. Die Entführung soll bereits am Mittwochabend in der Region von Afar (auch bekannt unter dem Namen Danakil) stattgefunden haben.

          Ob es sich bei den Europäern wie gemeldet und elf Franzosen und drei Briten handelt, blieb allerdings noch unklar. „Es hat eine Entführung gegeben, das ist sicher“, sagte der französische Botschafter in Addis Abeba, Stéphane Gompertz, „aber wir wissen vorläufig nichts über die Identität der Opfer. Was wir wissen ist, dass in der Gegend Franzosen unterwegs waren“.

          „Unter den Entführten auch Franzosen“

          Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte am Freitag in Paris, dass „verschiedene Faktoren uns glauben lassen, dass unter den Entführten auch Franzosen sind“. Das britische Außenministerium bestätigte zunächst am Freitagnachmittag, dass von „mehreren britischen Staatsbürgern“ jede Spur fehle. Die Vermissten arbeiteten für die britische Botschaft und britische Entwicklungshilfeorganisationen in Äthiopien.

          Die italienische Botschaft in Addis Abeba konnte Meldungen, wonach sich unter den Opfern auch ein Italiener befindet, weder bestätigen noch dementieren. Unklar ist weiterhin, ob eine oder gar zwei Gruppen entführt wurden.

          Ein Sprecher der Tourismusagentur „Origins Ethiopia“, die die Reise nach Danakil organisiert hatte, sagte, man vermisse vier Autos mitsamt französischen und britischen Gästen, Fahrern und zwei Übersetzern. „Die Fahrer sind gehalten, sich jeden Abend gegen 20 Uhr telefonisch bei uns zu melden“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP einen Sprecher des Reiseagenten. Seit Mittwoch habe es keinen Anruf mehr gegeben. Zudem sei der Konvoi von zwei Polizisten begleitet worden, wie es die äthiopische Regierung für Reisen nach Danakil vorschreibt. Die BBC hatte zuvor gemeldet, einer der Verschleppten habe flüchten können und mit einem Satellitentelefon seine Botschaft informiert.

          Beliebte Route

          Touristenreisen nach Afar sind trotz der dortigen Sicherheitsrisiken mittlerweile sehr beliebt. Die meisten Besucher fahren in die Danakil-Senke, einem der heißesten Flecken der Welt. Die Senke ist berühmt für ihre Salzvorkommen, ihre aktiven Vulkane, aber auch für nomadisierende Räuberbanden.

          In der Gegend hatten Rebellen in der Vergangenheit zwar Touristen entführt, dies war jedoch zuletzt vor dem Krieg mit Eritrea von 1998 bis 2000 vorgekommen. 1995 waren in Danakil neun italienische Touristen von Stammesangehörigen verschleppt und nach zwei Wochen wieder freigelassen worden.

          In der Region kämpfen Separatisten seit den neunziger Jahren für einen eigenen Staat im Grenzgebiet zwischen Äthiopien, Eritrea und Dschibuti. Um das Sicherheitsrisiko zu mindern, besteht die äthiopische Regierung seit geraumer Zeit auf bewaffneten Begleitschutz für Reisen nach Danakil. Seit 2004 wird in der Region eine französische Touristin vermisst.

          Weitere Themen

          Den Dolch im Rücken

          Rücktritt von Di Maio : Den Dolch im Rücken

          Der Rücktritt von Luigi Di Maio vom Vorsitz der Fünf Sterne belastet schon jetzt die Arbeit der italienischen Regierung. Und der wankenden Bewegung droht am Sonntag schon der nächste Rückschlag.

          Topmeldungen

          Überfüllte Kliniken in China : Ein Patient alle drei Minuten

          Überfüllte Kliniken, gewalttätige Angehörige, Arztkosten als Existenzbedrohung, Menschen, die sich selbst ein Bein amputieren und nun auch noch ein unbekannter Virus: In China sollte man besser nicht krank werden.

          F.A.Z. Podcast für Deutschland : Davos – nur Show und nichts dahinter?

          Der tägliche Podcast der F.A.Z. kommt heute direkt aus Davos: Wir sprechen mit F.A.Z.-Wirtschaftsherausgeber Gerald Braunberger über Donald Trumps Auftritt. Außerdem: Wie wichtig ist das Weltwirtschaftsforum noch – und nimmt die Industrie den Klimaschutz wirklich ernst?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.