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Streit über neuen Staudamm : Wer ist Herr über die Wassermassen des Nils?

Baustelle des Renaissance-Staudamms in Äthiopien in der Nähe von Gubar im Dezember 2019 Bild: AFP

„Große Talsperre der äthiopischen Wiedergeburt“ heißt der Nil-Staudamm, den Äthiopien baut. Doch wie viel Wasser kommt dann noch in Sudan und Ägypten an? Ein internationaler Vermittlungsversuch ist jetzt offenbar gescheitert.

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          Eigentlich wollten die Regierungen von Ägypten, Äthiopien und Sudan eine frohe Botschaft verkünden. Man habe unter der Vermittlung des südafrikanischen Präsidenten und aktuellen Vorsitzenden der Afrikanischen Union, Cyril Ramaphosa, online verhandelt und sei sich weitgehend einig geworden, teilte die ägyptische Präsidentschaft am Wochenende mit. Nach jahrelangem Streit sei in der Frage darüber, wie Äthiopien in Zukunft den gewaltigen Nil-Staudamm füllen und betreiben werde, nun eine rechtlich bindende Abschlusserklärung erzielt worden. Sie werde an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weitergeleitet. Das Gremium, das von Kairo zuletzt um Hilfe gebeten worden war, werde darüber am Montag beraten.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Auch in Khartum klang man optimistisch. In der sudanesischen Hauptstadt verkündete Ministerpräsident Abdallah Hamdok, es sei vereinbart worden, die Staudammflutung „zu verschieben, bis eine Einigung erzielt worden ist“. In den nächsten zwei Wochen würden Vertreter der Anrainer des Blauen Nils ein endgültiges Abkommen ausarbeiten. „Der Sudan ist einer der größten Profiteure des Damms, aber auch einer der größten Verlierer, wenn Risiken nicht entschärft werden“, sagte Hamdok.

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