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Äthiopienkonflikt : Präsident Tigrays bestätigt Beschuss von Eritrea

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Amharische Milizionäre, die die äthiopische Armee unterstützen, sind auf dem Weg in Richtung der Region Tigray unterwegs. Bild: Reuters

Die Kämpfe in Äthiopien weiten sich auf das Nachbarland Eritrea aus. Die Volksbefreiungsfront Tigray hat Asmara mit Raketen beschossen. Ihr Anführer kündigt weitere Angriffe an.

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          Der Regierungschef der äthiopischen Region Tigray hat einen Beschuss der Hauptstadt des benachbarten Eritreas mit Raketen bestätigt. Er drohte am Sonntag mit weiteren Angriffen auf Asmara. „Wir werden uns jedes legitime militärische Ziel vornehmen, und wir werden feuern“, sagte Regionalpräsident Debretsion Gebremichael in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP.

          Die Äußerungen bedeuten eine Eskalation des zunächst inner-äthiopischen Konflikts und die Ausweitung der Kämpfe auf ein Nachbarland. Wie viele Raketen am Samstag auf Asmara abgefeuert wurden, sagte der Regionalpräsident nicht. Es sei die einzige Stadt in Eritrea, die angegriffen worden sei.

          In der nordäthiopischen Region Tigray kommt es seit Mitte vergangener Woche zu heftigen Gefechten. Berichten zufolge kamen auf beiden Seiten Hunderte Menschen ums Leben. Beobachter befürchten einen Bürgerkrieg in dem 110 Millionen-Einwohner-Land, der auch die Nachbarstaaten am Horn von Afrika destabilisieren könnte. Tausende Menschen flohen bereits in den benachbarten Sudan.

          Die äthiopische Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed wirft der in der Region regierenden Volksbefreiungsfront Tigray (TPLF) vor, die verfassungsgemäße Ordnung und die Souveränität des gesamten Landes zu gefährden. Die TPLF war früher eine dominierende Kraft in der äthiopischen Bundesregierung, nach dem Amtsantritt von Abiy vor zwei Jahren wurde sie jedoch aus der Regierungskoalition gedrängt. Abiy wirft ihr jetzt Angriffe auf das Militär vor. Zuletzt gab das Parlament in Addis Abeba Abiy freie Hand, in Tigray eine Übergangsregierung einzusetzen und gegen die TPLF militärisch vorzugehen.

          Regionalpräsident Debretsion hat Eritrea vorgeworfen, auf Seiten Abiys in den Konflikt eingegriffen zu haben. Seine TPLF verbindet eine lange Feindschaft mit Eritrea.

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