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Ärger wegen Taiwan-Büro : Wenn China Fliegen fängt

Im Namen Taiwans: Das Repräsentationsbüro in Vilnius Bild: AFP

Peking straft das kleine Litauen für die Eröffnung eines Taiwan-Büros ab. Den chinesischen Zorn haben auch schon Kanada und Australien in anderen Fällen zu spüren bekommen. Welche Erfahrung hat man dort gemacht?

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          China solle Litauen wie eine „Fliege zerquetschen, ohne dass wir uns die Finger schmutzig machen oder einen Fleck an der Wand hinterlassen“, hatte die Parteizeitung Global Times vor etwa drei Wochen gefordert. Das war keine leere Drohung, wie sich jetzt herausstellt. China blockiert seit Tagen den Import von Waren aus dem baltischen Staat. Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis sprach am Montag in einem Brief an die Europäische Kommission von einem „beispiellos hohen Maß“ an „politisch motiviertem wirtschaftlichem Druck“.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          In dem Brief, der der F.A.Z. vorliegt, ruft Landsbergis den EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis und den Außenbeauftragten Josep Borrell auf, bei den chinesischen Stellen zu intervenieren, die Litauen bisher noch nicht einmal offiziell über die Importverbote informiert hätten. Das chinesische Vorgehen „gegen einen EU-Mitgliedstaat hat direkte Auswirkungen auf die gesamte EU und unsere gemeinsame Handelspolitik“, schreibt der Minister. Eine „starke Reaktion auf EU-Ebene“ sei nötig, um China deutlich zu machen, „dass politisch motivierter wirtschaftlicher Druck inakzeptabel ist“.

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