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Ägyptens ehemaliger Präsident : Mursi bricht vor Gericht zusammen und stirbt kurz darauf

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Ein Archivbild des inhaftierten früheren ägyptischen Staatschef Mursi aus dem Juni 2015. Bild: Reuters

Der frühere ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist gestorben. Das berichtete das staatliche ägyptische Fernsehen am Montag. Der ehemalige Staatschef brach bei einer Anhörung vor Gericht zusammen.

          Ägyptens früherer Präsident Mohammed Mursi ist am Montag nach Angaben aus Justiz- und Sicherheitskreisen gestorben. Wie aus den Quellen verlautete, brach Mursi bei einer Gerichtsanhörung zusammen und starb später im Krankenhaus.

          Der islamistische Politiker hatte 2012 sein Amt als erster demokratisch gewählter Staatschef Ägyptens angetreten. Nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak in Ägypten im Februar 2011 gewann Mursi als Kandidat der Muslimbruderschaft im Juni 2012 die Präsidentenwahl.

          Muslimbruderschaft als Terrororganisation eingestuft

          Die Muslimbruderschaft hat im Nahen Osten Millionen Mitglieder. Sie will die Gesellschaft nach islamischen Moralvorstellungen umformen und einen Staat errichten, der auf den Prinzipien des islamischen Rechts („Scharia“) beruht. Sie hat Ableger in anderen arabischen Ländern.

          Ein Jahr später wurde Mursi im Juli 2013 nach Massenprotesten vom Militär gestürzt, unter Führung des heutigen Staatschefs Abdel Fattah al Sisi. Danach wurde die Muslimbruderschaft in Ägypten als Terrororganisation eingestuft. Die Regierung verfolgt sie seitdem mit harter Hand.

          Mursi wurde nach seinem Sturz mehrfach vor Gericht gestellt, unter anderem wegen der Tötung von Demonstranten bei Protesten gegen seine Herrschaft und wegen angeblicher Spionage für Qatar. Dabei erhielt er mehrjährige Haftstrafen.

          Mursis Präsidentschaft war von Konflikten mit dem Militär, mit der Justiz und mit der Revolutionsjugend gekennzeichnet, die die Revolte gegen Mubarak getragen hatte. Viele Kritiker warfen Mursi vor, zu konfrontativ regiert zu haben. Vor allem nicht-islamistische Gruppen sahen ihn kritisch und lehnten eine Zusammenarbeit mit ihm ab, obwohl ihn viele 2012 in der Stichwahl um das Präsidentenamt unterstützt hatten.

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