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Ägypten : Gericht bestätigt Todesurteil gegen Mursi

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Auch Großmufti Shawki Ibrahim Allam legte keinen Widerspruch ein: Ein Gericht in Kairo hat das Todesurteil gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Muhammad Mursi bestätigt.

          Der frühere ägyptische Präsident Muhammad Mursi ist am Dienstag zum Tode verurteilt worden. Damit bestätigten die Richter einen Schuldspruch aus dem Mai, wonach der Islamist Anfang 2011 gemeinsam mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hizbullah seine Flucht aus einen Gefängnis organisiert hatte. Das Urteil war international heftig kritisiert worden, vom Mufti des Landes, Shawki Ibrahim Allam, nun aber nicht beanstandet worden. er Mufti ist die oberste religiöse Autorität des Landes.

          In einem weiteren Verfahren verurteilte das Kairoer Gericht Mursi zu lebenslanger Haft, weil er sich des Landesverrats schuldig gemacht haben soll, indem er für Irans Revolutionsgarden, die Hizbullah sowie die Hamas spionierte. In beiden Prozessen ist Revision möglich. 

          In dem Spionage-Prozess wurden bereits 16 Mitangeklagte zum Tode verurteilt, weil sie zwischen 2005 und 2013 Geheimdokumente ins Ausland geliefert haben sollen. Diese Urteile wurden nun bestätigt.

          Die Todesurteile gegen Mursi, Ägyptens erstem demokratisch gewähltem Präsidenten, und mehr als hundert weiteren Angeklagte bedürfen jeweils vor ihrer Vollstreckung oder Aufhebung einer beratenden Stellungnahme durch den Mufti.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Todesurteil gegen Mursi kritsiert, als dessen Nachfolger Abdel Fattah al Sisi Anfang Juli in Berlin zu Besuch war. Sisi hatte maßgeblich zum Sturz Mursis beigetragen.

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