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Ägypten : Islamgelehrte verurteilen neue „Charlie-Hebdo“-Ausgabe

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Eine der höchsten religiösen Institutionen in Kairo geht hart ins Gericht mit der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Charlie Hebdo“: Die Veröffentlichung weiterer Karikaturen des Propheten Mohammeds sei eine „ungerechtfertigte Provokation“.

          Ägyptische Islamgelehrte haben die erste Ausgabe der französischen Zeitschrift „Charlie Hebdo“ nach den Anschlägen in Paris scharf kritisiert. Die wichtige religiöse Einrichtung Dar al-Ifta („Haus der Rechtsprechung“) in Kairo wertete die Veröffentlichung neuer Karikaturen des Propheten Mohammed als „rassistischen Akt“.

          Diese „ungerechtfertigte Provokation von 1,5 Milliarden Muslimen weltweit“ werde eine neue Welle des Hasses in der französischen und in westlichen Gesellschaften auslösen. Das sei nicht förderlich für das Zusammenleben und den Dialog, um den Muslime sich bemühten.

          Die Sonderausgabe der „Charlie Hebdo“ kommt in Frankreich an diesem Mittwoch heraus. Das vorab veröffentlichte Titelbild zeigt eine Zeichnung des Propheten, der trauernd ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ (deutsch: Ich bin Charlie) in den Händen hält. Über der Zeichnung steht in großen Buchstaben „Tout est pardonné“ (deutsch: Alles ist vergeben). Der Al Ifta gilt als eine der höchsten religiösen Einrichtungen Ägyptens. Seine Rechtsgutachten (Fatwas) gelten weltweit als Leitfäden für sunnitische Muslime.

          Der französische Islamrat CFCM rief unterdessen die Muslime auf, angesichts der neuen Ausgabe „ruhig zu bleiben und emotionale Reaktionen zu vermeiden“.

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