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Abzug aus Afghanistan : Augen zu und raus

Mit Sack und Pack: Amerikanische Soldaten in Afghanistan. Bild: AFP

Präsident Bidens Ankündigung, aus Afghanistan abzuziehen, stellt die Nato-Partner vor vollendete Tatsachen. Aber aus amerikanischer Sicht ist das Zeitalter der Antiterrorkriege vorbei. Die strategischen Interessen liegen woanders.

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          Für Antony Blinken und Lloyd Austin wurde es kein leichter Gang. Beide waren am Mittwoch persönlich ins Brüsseler Hauptquartier der Nato gekommen, um den Verbündeten eine Entscheidung zu erklären, von der diese kalt erwischt worden waren: Amerika zieht seine Truppen aus Afghanistan ab, sofort und bedingungslos. Bis spätestens zum 11. September, wenn sich die Angriffe auf New York und Washington zum zwanzigsten Mal jähren, soll kein ausländischer Soldat mehr am Hindukusch sein. „Der Präsident ist zu dem Schluss gekommen, dass ein auf Bedingungen gründender Ansatz, wie es ihn in den vergangenen zwei Dekaden gab, ein Rezept ist, um für immer in Afghanistan zu bleiben“, so hatte es ein ranghoher Vertreter der amerikanischen Regierung am Dienstagabend dargelegt.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.
          Christian Meier
          Redakteur in der Politik.
          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Für viele bei der Nato fühlte sich das an, als ziehe man ihnen den Teppich unter den Füßen weg. Wann immer Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in den vergangenen Monaten über Afghanistan gesprochen hatte, durfte der Hinweis auf die drei Bedingungen nicht fehlen, welche die Taliban zu erfüllen hätten: Sie müssten ihr Gewaltniveau „deutlich vermindern“, konstruktiv über die Zukunft des Landes verhandeln und ihre Verbindungen zur Terrororganisation Al Qaida kappen.

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