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Abyei : UN-Sicherheitsrat fordert Khartum zum Abzug auf

  • -Aktualisiert am

Seit dem Referendum vom Januar hat die Gewalt in Abyei drastisch zugenommen Bild: AFP

Im Konflikt zwischen Nord- und Südsudan um die Ölregion Abyei hat sich nun der UN-Sicherheitsrat eingeschaltet. Der sudanesische Präsident Baschir will seine Truppen nicht abziehen, ist aber zu Verhandlungen über ein „neues Sicherheitskonzept“ bereit.

          Der UN-Sicherheitsrat hat die sudanesische Regierung in Khartum aufgefordert, „umgehend“ ihre Soldaten aus Abyei abzuziehen. Am Wochenende hatten Truppen Khartums die zwischen Nord- und Südsudan umstrittene Stadt erobert. Auch die Afrikanische Union forderte, alle „nicht autorisierten Truppen“ aus Abyei abzuziehen und von „weiteren Provokationen“ abzusehen.

          Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die „gewalttätigen Vorfälle“. Unabhängig von den jüngsten Entwicklungen sagten die EU-Außenminister Südsudan am Montag Soforthilfe in Höhe von 200 Millionen Euro zu. Zudem wollten sie die Rahmenbedingungen für einen Beitritt des Landes, das seine Unabhängigkeit im Juli proklamieren möchte, zum Abkommen von Cotonou formulieren. Dieses sieht vor, dass afrikanische Länder von europäischer Entwicklungshilfe profitieren können, wenn sie sich zu guter Regierungsführung bekennen.

          Im Friedensvertrag von 2005, mit dem der Bürgerkrieg zwischen dem muslimischen Norden und dem überwiegend christlichen Süden Sudans beendet wurde, war Abyei ein Sonderstatus bis zur endgültigen Klärung der territorialen Zugehörigkeit eingeräumt worden. Seither regiert ein Rat aus Nord- und Südsudanesen unter Vorsitz eines Südsudanesen. Seit dem Referendum vom Januar, in dem sich die Südsudanesen für eine Abspaltung vom Norden aussprachen, hat die Gewalt in Abyei drastisch zugenommen.

          Khartum rechtfertigte die Eroberung damit, dass vorige Woche in der Stadt 22 nordsudanesische Soldaten mutmaßlich von südsudanesischen Soldaten erschossen worden waren, als sie die Region unter dem Schutz von UN-Soldaten verlassen wollten. Gemäß dem Friedensvertrag dürfen Truppen beider Seiten in Abyei nur in Begleitung von UN-Soldaten patrouillieren.

          Der sudanesische Präsident Omar al Baschir sagte am Montag, er sei bereit, mit dem Süden über ein „neues Sicherheitskonzept“ für Abyei zu verhandeln. Seine Armee werde aber sämtliche Positionen nördlich des Flusses Bahr al Arab halten. Der Fluss verläuft gut 80 Kilometer südlich der von einer internationalen Schiedskommission vorgeschlagenen künftigen Grenze zwischen Nord- und Südsudan.

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