https://www.faz.net/-gpf-9spp8

Abu Bakr al Bagdadi : Seit dem Sommer im Visier

Was bleibt, sind Trümmer: Ein Haus in der Nähe des Dorfes Barisha in der Provinz Idlib nach einer Militäroperation gegen Abu Bakr al Bagdadi. Bild: dpa

Amerikanische Elitesoldaten stürmen das Versteck des IS-Anführers Abu Bakr al Bagdadi. Kurz darauf sprengt sich dieser in die Luft. Alles soll im Frühsommer mit dem Tipp eines Überläufers begonnen haben.

          5 Min.

          Es ist noch dunkel im syrisch-türkischen Grenzgebiet. Präsident Trump wird sich erst Stunden später in Washington äußern, aber in Idlib gibt ein Hirte bereits Auskunft über eine der spektakulärsten Kommandoaktionen der amerikanischen Militärgeschichte. Dass sie offenbar zum Tod von Abu Bakr al Bagdadi geführt hat, dass sie sich überhaupt gegen den meistgesuchten Terroristen der Welt richtete, das scheint der Mann gar nicht zu ahnen. Aber die Informationen über den Ablauf, mit denen eine syrische Nachrichtenseite den Hirten zitiert, passen durchaus zu dem, was amerikanische Journalisten am nächsten Tag aus ihrer Regierung erfahren werden.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          Zum Beispiel, dass das ausländische Kommando dem Besitzer des Gehöfts zunächst zugerufen habe, er solle sich ergeben. „Abu Muhammad Salama“ sei dessen Name gewesen, erläutert der Hirte und fügt hinzu: „Halabi“ – aus Aleppo. Die Fremden hätten dann das Gebäude angegriffen und ihm, dem Hirten, drei Kinder übergeben. Sie hätten ihn aufgefordert, sich zu entfernen. Sie hätten ihm ein Warnsignal überreicht, damit er nicht von einem Luftangriff getroffen werde. In der Ferne habe er Explosionen gehört. Ein Video zeigt den Hirten umringt von bärtigen Milizionären. Ob es alles Ausländer waren? Ob Iraker dabei waren oder Syrer, vielleicht Saudis? Die Männer wirken alle ziemlich ratlos.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Je mehr Privatpatienten in einem Gebiet, desto mehr Ärzte lassen sich dort nieder. Aber liegt das am Geld oder am sozialen Umfeld?

          Gesundheitswesen : Abschaffung der Privatkassen soll Milliarden sparen

          Der Beitrag für jeden gesetzlich Versicherten könnte um 145 Euro im Jahr sinken, wenn die Privatkassen abgeschafft würden. Das behauptet eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Beamte, Ärzte und Wissenschaftler halten die Berechnungen für hanebüchen.
          Zwei Beispiele: Das Smartphone Nokia Pureview 9 und die Kompaktkamera Sony RX100

          Der Vergleich : Smartphone gegen Kamera

          Jeden Tag werden Millionen Fotos und Filme gemacht. Trotzdem schwächelt die Kameraindustrie. Hat der Fotoapparat ausgedient? Hier finden Sie Antworten.