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Kulturkampf um Abtreibung : Spiel mit dem Leben

  • -Aktualisiert am

Schriller Streit: Ein Abtreibungsgegner legt sich in Chicago mit demonstrierenden Verteidigern von „Roe gegen Wade“ an. Bild: dpa

Ob und wann eine Amerikanerin abtreiben darf, wird schon in wenigen Wochen davon abhängen, wo sie lebt – und wie viel Geld sie hat. So, wie die Politik das Thema nutzt, steht keine Verständigung in Aussicht.

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          Die Entscheidung scheint gefallen, Amerikas Oberstes Gericht will im Juni einen „Fehler“ eingestehen: dass es 1973 aus der Verfassung ein Recht der Frauen ableitete, Schwangerschaften abzubrechen, solange das Baby außerhalb des Mutterleibs noch nicht lebensfähig wäre. Eine landesweit einheitliche Regelung gibt es dann nicht mehr. Ob und wann eine Amerikanerin abtreiben darf, wird schon in wenigen Wochen davon abhängen, wo sie lebt – und wie viel Geld sie hat.

          In rund der Hälfte der Bundesstaaten werden Abtreibungsärzte nicht oder kaum mehr tätig sein dürfen. Ein Überbietungswettbewerb unter Republikanern führt dazu, dass vielerorts auch vergewaltigte Mädchen ihr Kind austragen müssen. Selbst Ausnahmen für Mütter, deren Überleben gefährdet ist, fechten Kulturkämpfer im Namen des Lebensschutzes an.

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