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Parkland-Abschlussbericht : Bewaffnete Lehrer sollen Schulmassaker verhindern

  • Aktualisiert am

Schüler aus Las Vegas protestieren im März für eine Änderung der Waffengesetze. Bild: AFP

Das Massaker mit 17 Toten hätte durch ein besseres Sicherheitssystem der Schule verhindert werden können, so die Kommission. Nach dem Blutbad im Februar 2018 hatten zahlreiche Jugendliche in Amerika für striktere Waffengesetze demonstriert.

          Fast ein Jahr nach dem Massaker an einer Schule in Parkland (Florida) hat eine Untersuchungskommission ihren Abschlussbericht veröffentlicht: Darin schlägt sie unter anderem die Bewaffnung von Lehrern sowie „Schutzzonen“ für Schüler vor, die sie vor den Blicken eines Amokläufers verbergen sollen. Den Vorschlag, Lehrer zu bewaffnen und zu trainieren, hatte Präsident Donald Trump bereits kurz nach dem Massaker gemacht.

          Am 14. Februar 2018 hatte der 19 Jahre alte Nicolas Cruz insgesamt 17 Menschen an seiner ehemaligen Oberschule, der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, mit einem halbautomatischen Gewehr erschossen. In ihrem 400-seitigen Bericht beschreibt die Kommission minutiös, wie Cruz eines der schlimmsten Schulmassaker in der amerikanischen Geschichte anrichten konnte.

          Sie kommt zu dem Schluss, dass es nicht das Verschulden eines Einzelnen war oder es an einem größeren Versagen lag, dass das Blutbad nicht verhindert wurde, sondern an vielen Unzulänglichkeiten im Sicherheitssystem der Schule. Unter anderem war das Personal demnach nur mangelhaft auf derartige Situationen vorbereitet. Bereits vorhandene, von außerhalb nicht einsehbare Schutzzonen seien vollgestellt und somit für die Schüler unzugänglich gewesen.

          Der Bericht kritisiert zudem die Sicherheitskräfte für ihren nur schlecht abgestimmten Einsatz. Die Mitglieder der Kommission stammen aus dem Polizei-, Justiz- und Bildungsbereich.

          Nach seiner Festnahme hatte Cruz ausgesagt, unter Depressionen zu leiden und zweimal versucht zu haben, Suizid zu begehen. Trotz seiner Vorgeschichte gelang es ihm, ganz legal ein halbautomatisches Sturmgewehr zu kaufen.

          Nach dem Massaker hatte es zahlreiche Proteste von Schülern gegeben. Sie forderten striktere Waffengesetze, um eine Bewaffnung von Schülern wie Cruz künftig zu verhindern. Die Schülerin Emma González, die das Attentat überlebte und zum Gesicht der Proteste wurde, hatte sich damals gegen die Bewaffnung von Lehrern ausgesprochen. Als Gegenargumente nannte sie unter anderem die hohen Kosten und dass viele Lehrer die Waffe in einem Safe aufbewahren würden, sodass sie im Fall eines Amoklaufes nicht griffbereit und sinnlos wäre.

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