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Australische Ureinwohner : Ein halbes Leben hinter Gittern

Damals: Zwei Bewohner des Viertels „The Block“ in Sydney im Jahr 2004. Das Wandbild zeigt die Flagge der australischen Ureinwohner. Bild: Getty

Australische Ureinwohner sind noch immer benachteiligt. Auch Keenan Mundine hat Rassismus und Gewalt erlebt, wurde selbst kriminell. Heute kämpft er gegen die herrschenden Missstände.

          8 Min.

          In Sydney, kaum mehr als zwei Kilometer von den Bürotürmen des Geschäftsviertels entfernt, befand sich einst ein Ghetto für australische Ureinwohner. Fotos aus den Neunzigerjahren zeigen bröckelnde Fassaden, morsche Balkone, Schmierereien an den Wänden, Holzplatten und Gitterstäbe vor den Fenstern. Die Anwohner lungerten auf den Motorhauben der Autos oder auf zerschlissenen Stühlen um ein halb heruntergebranntes Lagerfeuer herum.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. Die australische Regierung hatte etwa zwei Jahrzehnte zuvor einer Gruppe von Aktivisten Geld gegeben, um die Häuser im Stadtteil Redfern als günstigen Wohnraum für Indigene zu kaufen und zu renovieren. Die Aborigines hatten ansonsten keine Chance, auf dem freien Mietmarkt eine Wohnung zu bekommen. Die Siedlung, die bald nur noch „der Block“ hieß, wurde ein Symbol der Bürgerrechtsbewegung der australischen Ureinwohner. An einer Hausfassade prangte jahrelang ein großes Wandgemälde mit der Flagge der Aborigines, die ebenfalls im Zuge der Bürgerrechtsbewegung der frühen Siebzigerjahre entstanden war. Ihr schwarzer Streifen steht für die Menschen, der rote Streifen für die Erde und der gelbe Kreis in der Mitte für die brennende Sonne über dem Horizont. Die Malerei sollte zeigen, dass hier die „Blackfellas“ den Ton angeben, wie sich die indigenen Australier oft nennen. Das Land in Redfern gehört bis heute der Aboriginal Housing Company, einer Gesellschaft in der Hand indigener Aktivisten.

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