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Abiy Ahmed weist an : Äthiopische Armee soll in Tigray einmarschieren

  • Aktualisiert am

Mitglieder der Tigray-Äthiopischen Gemeinschaft protestieren an Mittwoch mit Plakaten im südafrikanischen Pretoria gegen den Krieg. Bild: dpa

Ein 72-Stunden-Ultimatum der Regierung Abiy ist abgelaufen, nun macht der äthiopische Ministerpräsident ernst: Er weist Militäreinheiten an, in Mekele einzumarschieren. Die Zivilbevölkerung solle geschützt werden.

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          Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed hat das Militär angewiesen, in die Hauptstadt der Konfliktregion Tigray einzumarschieren. Anwohner rief er am Donnerstag in einer Mitteilung seines Büros auf, im Innern von Gebäuden zu bleiben. „Wir werden die Zivilbevölkerung mit größter Sorgfalt schützen.“ In den vergangenen Tagen hatte seine Regierung den Einwohnern von Mekele noch gedroht, wenn sie sich nicht von den Anführern der Regionalregierung loslösten, werde es „keine Gnade“ geben.

          Am Mittwochabend lief ein 72-Stunden-Ultimatum ab, das Abiy der Regierung in Tigray gestellt hatte, um sich zu ergeben. Die Erklärung des Ministerpräsidenten bedeutet, dass nun Panzer nach Mekele vordringen können. Es hieß zudem, Tausende Kämpfer von Milizen in Tigray sowie Spezialeinsatzkräfte hätten innerhalb der 72 Stunden kapituliert. Solche Angaben lassen sich kaum unabhängig bestätigen, da die Kommunikation in Tigray seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen Bundes- und Regionalregierung am 4. November unterbrochen ist.

          Wie die Vereinten Nationen über Nacht in einem neuen Bericht mitteilten, hat die Lebensmittel- und Kraftstoffversorgung in Tigray ein „sehr kritisches“ Niveau erreicht. Sprit und Bargeld seien bald nicht mehr verfügbar, mehr als eine Million Menschen sei aus ihren Wohnregionen vertrieben worden und Nahrungsmittel für fast 100.000 Flüchtlinge aus Eritrea würden in einer Woche aufgebraucht sein, so die Vereinten Nationen. Mehr als 600.000 auf monatliche Lebensmittelrationen angewiesene Menschen hätten im November kein Essen erhalten. In Mekele sei der Verkehr blockiert; das Welternährungsprogramm WFP bekomme keinen Zugang zu seinem eigenen Lagerhaus, um von dort Lebensmittel auszufahren.

          Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mahnte, wer das Ausliefern von Hilfsmitteln vorsätzlich behindere, der Verstoße in dem Konflikt gegen das Völkerrecht.

          Die internationale Gemeinschaft hat die Seiten zur Deeskalation aufgerufen und an beide appelliert, Dialog zu suchen und humanitäre Hilfe zuzulassen. Abiy wies das aber als internationale „Einmischung“ zurück.

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