https://www.faz.net/-gpf-92v8k

Taliban-Terror : Mindestens 85 Tote bei Angriffen in Afghanistan

  • Aktualisiert am

Rauch steigt auf nach dem Anschlag in Gardes. Bild: Reuters

Erst kommen die Selbstmordattentäter, dann schießen sich Kämpfergruppen den Weg frei: Gleich in vier Provinzen haben die Taliban Sicherheitskräfte und Regierung angegriffen.

          1 Min.

          In mehreren Provinzen Afghanistans sind bei Angriffen radikalislamischer Taliban mindestens 85 Menschen getötet worden. So verloren bei einem der schwersten Überfälle in diesem Jahr auf ein Polizeitrainingszentrum in der Hauptstadt der ostafghanischen Provinz Paktia, Gardes, am Dienstagmorgen 41 Menschen ihr Leben: 21 Sicherheitskräfte, unter ihnen der Polizeichef der Provinz, sowie 20 Zivilisten. Das sagte der stellvertretende Innenminister General Murad Ali Murad am frühen Abend (Ortszeit). 48 Sicherheitskräfte und 110 Zivilisten seien verletzt worden. Viele der Zivilisten hatten am nahen Polizeihauptquartier angestanden, um Personalausweise abzuholen.

          Auch die insgesamt sieben Attentäter wurden getötet. Einer hatte sich mit einer Autobome in die Luft gesprengt, ein zweiter mit einer Sprengstoffweste, bevor die anderen fünf kurz darauf bei einer Schießerei im Trainingszentrum getötet wurden.

          Angriffe im Westen und im Osten

          Schon in der Nacht gegen 1.00 Uhr (Ortszeit) hatten in der an Paktia angrenzenden Provinz Gasni rund 300 Taliban das Zentrum des Bezirks Andar angegriffen, wie Bezirksgouverneur Mohammed Disiwal sagte. General Murad vom Innenministerium sagte, dass hier 25 Sicherheitskräfte und fünf Zivilisten getötet worden seien.

          Auch in der westafghanischen Provinz Farah rückten Taliban in der Nacht vor und eroberten kurzzeitig das Zentrum des Bezirks Schibkoh. Die Leiterin des Provinzrats, Jaimila Amini, sagte, bei den Gefechten seien vier Polizisten getötet worden.

          Eine Talibanoffensive gab es nach Angaben von General Murad in der Nacht auch in einem Bezirkszentrum der Ostprovinz Wardak. Hier zündeten Taliban auch zuerst eine Autobombe und schickten dann Kämpfer. Der Angriff wurde abgewehrt, aber drei Sicherheitskräfte starben. Zu Opfern unter Taliban gab es es bei allen Vorfällen nur unvollständige Berichte.

          Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende der Nato-Kampfmission und dem Abzug der meisten internationalen Soldaten Ende 2014 drastisch verschlechtert. Die Vereinigten Staaten und mehrere Nato-Staaten wollen nun wieder einige Tausend zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken. Washington hat seine Luftangriffe auf Taliban bereits stark ausgeweitet.

          Weitere Themen

          Zehntausende für mehr Demokratie in Hongkong Video-Seite öffnen

          Erneute Massenproteste : Zehntausende für mehr Demokratie in Hongkong

          Sechs Monate nach dem Beginn der pro-demokratischen Proteste halten die Demonstrationen in Hongkong an. Es sei die „letzte Chance“ für die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam, auf die Forderungen der Protestbewegung einzugehen, sagte der Aktivist Jimmy Sham von der Civil Human Rights Front (CHRF).

          Topmeldungen

          Ärger beim FC Bayern : „Ich könnte durchdrehen“

          Joshua Kimmich kocht nach dem 1:2 der Bayern in Gladbach vor Wut, Thomas Müller faucht, Hasan Salihamidzic ist ratlos. Und Trainer Hansi Flick wirkt angeschlagen. Die Münchner haben ein großes Problem.
          Bei welcher Krankenkasse man unter welchen Bedingungen durch Vorauszahlungen Geld sparen kann, hängt auch vom Einzelfall ab.

          Die Vermögensfrage : Mit Vorauszahlungen Steuern sparen

          Wer seine Krankenversicherungsbeiträge im Voraus bezahlt, kann damit nicht unbeträchtlich Steuern sparen. Ob dies im Einzelfall immer möglich ist, hängt allerdings auch von Versicherung und Krankenkasse ab.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.