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Fluchtursachen : An der Wurzel bekämpfen

Flucht aus Marokko: Gestrandete Flüchtlinge in der spanischen Enklave Ceuta. Bild: Reuters

In Syrien tobte der Krieg, und Millionen strömten nach Europa. Soll sich derlei nicht wiederholen, müssen wir viel energischer gegen die Fluchtursachen vorgehen.

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          Fluchtursachen – wie oft hat man das Wort in den vergangenen Jahren nicht gehört; meist verbunden mit der Aufforderung, dagegen vorzugehen, diese Ursachen zu bekämpfen. Eigentlich müsste sich schnell Einigung herstellen lassen, genau das zu tun. Schließlich hat die Flüchtlingskrise die politischen Landschaften in Deutschland und in anderen europäischen Ländern umgepflügt wie selten zuvor; die EU wurde in eine Krise gestürzt, in der sich die verschiedenen Lager feindselig gegenüberstanden.

          Es liegt also in unserem eigenen Interesse, uns mehr in den Heimatländern der Flüchtlinge und Migranten zu engagieren. Die jüngsten Bilder aus der spanischen Exklave Ceuta und tägliche Nachrichten von überfüllten Booten auf dem Weg von Libyen nach Norden belegen, wie unverändert groß das Problem ist. Norden – das ist die Verheißung, ob von Mittelamerika oder von Afrika aus betrachtet, auf ein Leben jenseits von Not und Elend. Abwehr allein nimmt den Druck nicht aus dem Kessel.

          Es stimmt natürlich: Flucht hat mehr als nur eine Ursache: (Bürger-)Krieg und Vertreibung, Klimawandel, soziale Ungleichheit, wirtschaftliche Verzweiflung, die Demographie. Deswegen darf man selbst von einer vernünftigen Politik der Ursachenbekämpfung keine Wunder erwarten. Doch der alte Satz stimmt nach wie vor: Wenn die Probleme nicht dort gelöst werden, wo sie entstehen, kommen sie zu uns. Der Syrien-Krieg hat gezeigt, mit welcher Wucht das geschehen kann.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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