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Vor der 70-Jahr-Feier : China steht am Scheideweg

Frauen machen in Peking ein Selfie vor einem Blumen-Arrangement, mit dem der bevorstehende 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China ankündigt wird. Bild: dpa

70 Jahre nach Gründung der Volksrepublik sind die Erfolge Chinas groß – und die Herrscher nervös. Das Unbehagen, mit dem viele im Westen den gegenwärtigen Kurs des Landes verfolgen, ist berechtigt.

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          Eigentlich müssten sich Chinas Herrscher angesichts der Erfolgsbilanz ihres Landes entspannt zurücklehnen können. Hunderte Millionen Menschen konnten sich in den vergangenen vierzig Jahren aus der Armut befreien. Die Wirtschaftsleistung ist atemraubend gewachsen. Der Einfluss Chinas in der Welt ist heute so groß, dass kaum ein Land es sich mit den kommunistischen Führern verscherzen will. Von Hongkong abgesehen, ist weit und breit keine Opposition in Sicht, die es darauf anlegte, den Alleinherrschaftsanspruch der Partei in Frage zu stellen. Sogar die notorisch schlechte Luft in der Hauptstadt ist mittlerweile besser als ihr Ruf.

          Doch statt der Bevölkerung an diesem Dienstag zum 70. Jahrestag der Republikgründung ein fröhliches Volksfest zu gönnen; statt zu würdigen, wie sehr die Opfer- und Risikobereitschaft, die Streb- und Genügsamkeit, die Technikbegeisterung und Wandlungsfähigkeit der Menschen diesen Erfolg möglich gemacht haben, feiert die Partei allein sich selbst. Das Volk soll nur Beifall spenden. Ansonsten wird es gegängelt, abgehört, zensiert und mit ideologischer Dauerbeschallung genervt.

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