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Militärparade an 70-Jahr-Feier : Chinas propagandistische Kraftmeierei

Xi winkt: Die farbenfrohe Parade zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am Dienstag in Peking Bild: EPA

Chinas Führer lässt allerhand Militärgerät auffahren, um seine Macht zu zeigen. Dass die Demonstranten in Hongkong ihm die Schau stehlen, kann er aber nicht verhindern.

          5 Min.

          Achtzehn Punkte umfasst die Liste der Gegenstände, die zur großen Militärparade auf der Pekinger Straße des Ewigen Friedens nicht mitgebracht werden dürfen. Heroin gehört dazu. Armbrüste und Trillerpfeifen. Aber auch „Farbe, Spraydosen, Buntstifte oder andere Schreibgeräte, mit denen Propagandamaterial erstellt werden kann“. Nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn inmitten des bis ins Detail choreographierten und seit Monaten geprobten Aufmarsches ein kleines Schild mit der Aufschrift „Freiheit für Hongkong“ auftauchen würde. Es wäre ein Albtraum für die Organisatoren, die nichts dem Zufall überlassen haben.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Nur geladene Gäste haben Zutritt zu dem weiträumig abgesperrten Areal rund um den Platz des Himmlischen Friedens. Selbst die U-Bahn-Linie, die unter dem Platz verläuft, ist den ganzen Tag über gesperrt. Schließlich wird die Parade live im Fernsehen übertragen. Millionen Chinesen verfolgen am Dienstag vom Sofa aus, wie Staats- und Parteichef Xi Jinping stehend in einem offenen Wagen der Luxusmarke Hongqi (rote Fahne) die Paradestrecke abfährt. Genauso wie Mao Tse-tung es vor siebzig Jahren getan hat.

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