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60 Jahre Korea-Krieg : Tod am 38. Breitengrad

  • -Aktualisiert am

Drei Millionen Tote: Am 25. Juni 1950 begann der Korea-Krieg Bild: dpa

Vor sechzig Jahren brach der Korea-Krieg aus. Er forderte mehr als drei Millionen Menschenleben und legte Städte in Schutt und Asche. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag. Und das Regime im Norden der Halbinsel besitzt sogar Atomwaffen.

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          Als der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il im Konflikt um das Kriegsschiff Cheonan vor wenigen Wochen drohte, er werde die südkoreanische Hauptstadt Seoul in ein Flammenmeer verwandeln, ließ dies die Mehrheit der Südkoreaner unbeeindruckt. Nur einige ältere Koreaner erinnerten daran, dass ganz Korea schon einmal ein Flammenmeer war und die Aggressivität des kommunistischen Nordens die Halbinsel schon einmal in einen Krieg geführt hat, der mehr als drei Millionen Menschenleben forderte und Koreas Städte in Schutt und Asche legte.

          Am 25. Juni 1950 überquerten Truppen des kommunistischen Nordkorea den 38. Breitengrad und begannen einen Eroberungszug in Südkorea. Bereits drei Monate später hatten sie fast die gesamte koreanische Halbinsel unter ihre Kontrolle gebracht. Der Einfall der kommunistischen Truppen war der Beginn des Korea-Krieges. In drei schrecklichen Kriegsjahren kamen 50.0000 koreanische, 36.000 amerikanische und 40.0000 chinesische Soldaten ums Leben. Insgesamt wird die Zahl der Kriegsopfer auf drei Millionen geschätzt. Als am 27. Juli 1953 in Panmunjom das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurde, stellte man den Status quo vor dem Kriege wieder her. Die Teilung des Landes war zementiert.

          Der 38. Breitengrad als Grenzlinie in Ostasien

          Bis heute gibt es noch immer keinen Friedensvertrag, befinden sich Nord- und Südkorea immer noch im Kriegszustand. Bis heute existiert nördlich der Demarkationslinie am 38. Breitengrad eine kommunistische Volksrepublik, im Süden eine demokratische Republik. Bis heute ist die koreanische Halbinsel ein Krisenherd. Aber das Flammenmeer, mit dem Nordkorea heute wieder droht, könnte ein noch schrecklicheres werden: Denn das Regime im Norden besitzt Atomwaffen.

          Das Werk zweier skrupelloser Diktatoren: Kim Il-sung und Mao Tse-tung
          Das Werk zweier skrupelloser Diktatoren: Kim Il-sung und Mao Tse-tung : Bild: dpa

          Der Korea-Krieg war vor allem das Werk zweier skrupelloser Diktatoren. Der nordkoreanische Führer Kim Il-sung wollte ganz Korea unter seine Gewalt bringen und unter kommunistischen Vorzeichen wiedervereinigen. Einen mächtigen, wenn auch nicht uneigennützigen Unterstützer fand Kim Il-sung im chinesischen Machthaber Mao Tse-tung, der von einem Sieg über die ihm verhassten Amerikaner träumte und gleichzeitig die militärische Macht und den Einfluss Chinas in Asien ausbauen wollte.

          Korea war nach dem Zweiten Weltkrieg, wie Deutschland, ein geteiltes Land. Nach der Kapitulation Japans im Jahre 1945 hatten die Siegermächte Korea, das seit 1911 eine Kolonie Japans war, entlang dem 38. Breitengrad geteilt. Der 38. Breitengrad wurde damit zu einer Grenzlinie des Kalten Krieges in Ostasien, an der die amerikanischen und die sowjetischen Einflusszonen aneinanderstießen. Im Jahr 1948 wurde nach Wahlen in Südkorea die Republik Korea ausgerufen, der Norden reagierte darauf mit der Gründung einer „Demokratischen Volksrepublik“.

          Kim Il-sung wollte Südkorea erobern, fand aber bei der Schutzmacht Sowjetunion zunächst keine Begeisterung für seinen Plan. Stalin fürchtete eine Konfrontation mit den Amerikanern. Auf weitaus bessere Aufnahme stieß der Plan bei Nordkoreas Nachbar China. Mao Tse-tung sicherte Kim Il-sung zu, er werde Truppen zu Hilfe schicken. Kim Il-sung spielte China und die Sowjetunion gegeneinander aus und konnte sich so der Zustimmung Stalins für eine Invasion Südkoreas versichern.

          Drei Millionen „Freiwillige“ wurden in den Krieg geschickt

          Nach dem Vorstoß der Nordkoreaner über den 38. Breitengrad nach Süden genehmigte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein militärisches Eingreifen auf Seiten Südkoreas. 16 Mitgliedsländer schickten Truppen und Helfer nach Korea. Die Hauptlast der Verteidigung lag bei den Vereinigten Staaten. Von den 40.000 UN-Soldaten waren 36.000 Amerikaner. Sie konnten die Nordkoreaner zurückdrängen, und südkoreanische Truppen überschritten nun ihrerseits den 38. Breitengrad nach Norden.

          Zu diesem Zeitpunkt griff China ein. Gegen den Willen seines Politbüros und gegen den Rat seiner Generäle schickte Mao Tse-tung, um Opfer nie besorgt, drei Millionen sogenannte „Freiwillige“ in den Krieg. Im Januar 1951 begannen 10.0000 nordkoreanische und 40.0000 chinesische Soldaten eine Offensive. Maos Generäle schickten Menschenwellen gegen den amerikanischen Feind. Der amerikanische Oberbefehlshaber, General MacArthur, forderte öffentlich eine Ausweitung des Krieges nach China und den Einsatz von Atombomben gegen das Land und wurde dafür von Präsident Truman entlassen.

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