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500-Milliarden-Euro-Plan : Wie Merkel und Macron sich zusammengerauft haben

Können miteinander: Macron und Merkel am Montag bei ihrem Videogespräch Bild: Reuters

Merkels und Macrons Milliarden-Plan soll nicht nur wirtschaftlich helfen, er ist ein deutsch-französisches Signal. Aber noch braucht die Kanzlerin auch die Unterstützung der Unions-Fraktion im Bundestag.

          6 Min.

          Angela Merkel (CDU) steht im Plenarsaal des Bundestages an ihrem Platz in der Regierungsbank. Zu ihrer Linken, oberhalb von ihr, Wolfgang Schäuble, der Bundestagspräsident, der die Sitzung leitet. Noch weiter links der SPD-Abgeordnete Christian Petry. Es geht um einen europäischen Wiederaufbaufonds in der Corona-Pandemie. Petry will von der Bundeskanzlerin wissen, ob sie sich eine „institutionelle Weiterentwicklung“ bei den Eigenmitteln der EU vorstellen könne.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.
          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der SPD-Mann nennt das Wort „Anleiheankauf“, was sofort an Euro- oder Corona-Bonds erinnert. Die Bundesregierung lehnt sie ab, Frankreich und andere Mittelmeerländer sind dafür. Merkel: „Wer soll Anleihen aufkaufen?“ Schäuble mischt sich ein: „Offenbar die EU.“ Merkel: „Ach so.“ Heiterkeit im Saal. Petry: „Irgendwie klappt das mit dem Mikrofon heute nicht so ganz.“ Petry dankt Schäuble für die „Hilfestellung“ und bestätigt: „Das meinte ich, genau.“ Merkel: „Nein, ich glaube, Sie meinten, dass die EU eine Anleihe begibt.“ Petry: „Ja, Entschuldigung.“ Klingt wie Slapstick, ist aber ein Blick in die nahe Zukunft gewesen.

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