https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/400-000-menschen-in-tigray-akut-vom-hungertod-bedroht-17420206.html

Hilferuf der UNO : 400.000 Menschen in Tigray akut vom Hungertod bedroht

  • Aktualisiert am

Unter den Hungernden in der Region Tigray wird Weizen verteilt. Bild: AP

Bei einer Sondersitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen in New York hieß es, dass zudem 5,2 Millionen in der äthiopischen Krisenregion auf humanitäre Hilfe angewiesen seien, „die große Mehrheit von ihnen Frauen oder Kinder.“

          1 Min.

          Die Zahl der vor dem Hungertod stehenden Menschen in der äthiopischen Krisenregion Tigray hat sich trotz eines einseitigen Waffenstillstands weiter erhöht. „Es wird geschätzt, dass mehr als 400.000 Menschen die Schwelle zur Hungersnot überschritten haben und weitere 1,8 Millionen Menschen am Rande einer Hungersnot sind“, sagte der amtierende Chef des UN-Nothilfebüros Ocha, Ramesh Rajasingham, am Freitag bei einer Sondersitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen in New York. Andere Angaben gingen sogar von noch mehr Hungernden aus.

          Der Konflikt zwischen Regierung und lokalen Rebellen in Tigray war im November eskaliert. Die äthiopische Regierung hatte eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Wegen des Konflikts, der immer komplexer wurde und auch Streitkräfte aus dem Nachbarland Eritrea einschließt, mussten Hunderttausende fliehen.

          Am Montagabend hatte die äthiopische Regierung überraschend eine einseitige Waffenruhe angekündigt – die Regionalhauptstadt Mekelle ist seitdem unter Kontrolle der Rebellen.

          Rajasingham erklärte vor dem Sicherheitsrat weiter, dass noch immer zwei Millionen Menschen in der Region im Norden des Landes vertrieben sind. Zudem seien 5,2 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen, „die große Mehrheit von ihnen Frauen oder Kinder.“

          Die Feuerpause soll es humanitären Organisationen eigentlich erlauben, ungehindert in der Region zu arbeiten. Allerdings wird der Zugang der Hilfsorganisationen seit Monaten von der Sicherheitslage, bürokratischen Hürden sowie fehlendem Strom, Internet und Telefonverbindungen, erschwert. Zuletzt war eine für den humanitären Zugang wichtige Brücke nach Tigray zerstört worden.

          Die UN-Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, warnte derweil davor, dass es in Tigray trotz des Fortschritts angesichts der Waffenruhe «Potenzial für weitere Konfrontationen und eine schnelle Verschlechterung der Sicherheitslage» gebe.

          Weitere Themen

          Bisher größter Schlag gegen die russische Luftwaffe

          Lage des Krieges : Bisher größter Schlag gegen die russische Luftwaffe

          Satellitenbilder zeigen was von dem russischen Luftwaffenstützpunkt nahe Nowofjodorowka nach der Explosion am 9. August übrig blieb. Wie es dazu kam, bleibt rätselhaft. Der Verlauf des Krieges in Karten und Grafiken.

          Topmeldungen

          Meteoritenschauer : „Ich hab’ es Feuer regnen sehen“

          Was John Denver 1973 in seinem Lied „Rocky Mountain High“ besungen hat, ist der Höhepunkt des Meteoritenschauers der Perseiden. Jedes Jahr im August kann man nachts bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sehen.
          Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am 31. Mai 2022

          Betroffene im Erzbistum Köln : Von Woelki überrumpelt

          Das Erzbistum Köln bestreitet, dass Kardinal Woelki den Betroffenenbeirat für seine Zwecke instrumentalisiert hat. Recherchen der F.A.Z. stützen diese Darstellung jedoch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.