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Gewalt im Norden Kameruns : 30.000 Menschen fliehen nach Tschad

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge aus Kamerun in N'Djamena am 9. Dezember 2021. Bild: AFP

Gewaltsame Auseinandersetzungen um schwindende Wasserressourcen im Norden Kameruns breiten sich weiter aus. Das Ausmaß der Flüchtlingskrise ist schlimmer als bisher befürchtet.

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          Mindestens 30.000 Menschen sind vor gewaltsamen Auseinandersetzungen im Norden Kameruns in den benachbarten Tschad geflüchtet. 80 Prozent der Neuankömmlinge seien Frauen und Kinder, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Freitag mit.

          Am Sonntag seien in dem Dorf Ouloumsa Kämpfe zwischen Hirten, Fischern und Bauern um schwindende Wasserressourcen ausgebrochen, die sich seither auf die angrenzenden Dörfer ausgeweitet hätten, so UNHCR. Dabei seien zehn Dörfer niedergebrannt worden. Am Donnerstag seien Kämpfe in der Wirtschaftsmetropole Kousseri ausgebrochen. Dabei sei der Viehmarkt zerstört worden, hieß es.

          Akute Notlage im Tschad

          Der Klimawandel habe bereits bestehende Spannungen im Norden Kameruns verschärft, so UNHCR. Fischer und Bauern versuchten bereits, das durch den schrumpfenden Tschadsee immer knapper werdende Wasser in großen Gräben aufzufangen, um damit Fischerei und Landwirtschaft betreiben zu können, so UNHCR. Allerdings bliebe in den schlammigen Gräben oft Vieh stecken und verende dort, was zu Ärger und Kämpfen führe.

          Am Freitag bewilligte der Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine auf drei Jahre erweiterte Kreditfazilität in Höhe von 570 Millionen Dollar für den Tschad. Die Pandemie, die Volatilität der Ölpreise, die erhöhte Unsicherheit und eine sich abzeichnende Nahrungsmittelkrise aufgrund des Klimawandels hätten die ohnehin schon anfällige Wirtschaft des Tschad stark belastet, sagte der stellvertretende IWF-Direktor Kenji Okamura. Mit der beschlossenen Erweiterung des Kreditrahmens könne zumindest der Zahlungsbilanz- und Haushaltsbedarf des zentralafrikanischen Landes gedeckt werden.

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