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Myanmar : 25 Tote bei Protesten

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Demonstranten in Yangon (vormals Rangun), der größten Stadt Myanmars, am Samstag Bild: EPA

Unter anderem wegen des 65. Geburtstags des Führers der Militärjunta hat es in Myanmar wieder Proteste gegeben. In Depayin im Zentrum des Landes kam es zu einem tödlichen Zusammenstoß mit Soldaten.

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          In Myanmar haben Soldaten Berichten eines Augenzeugen und mehrerer Medien zufolge bei Zusammenstößen mit Protestierenden mindestens 25 Menschen getötet. Zu den Auseinandersetzungen sei es in der im Zentrum des Landes gelegenen Stadt Depayin gekommen, berichtete am Sonntag ein Anwohner, der aus Furcht vor Repressalien seinen Namen nicht in den Medien genannt sehen wollte. Vier Militärlastwagen hätten am Freitagmorgen Soldaten in die Stadt gebracht. Jugendliche der örtlichen Volksverteidigungskraft, die sich aus Opposition zur Militärregierung gebildet hat, hätten sich den Soldaten entgegengestellt. Die Protestierenden seien nur mit behelfsmäßigen Waffen ausgerüstet gewesen. Die Soldaten hätten auf sie geschossen und sie zurückgedrängt. 25 Menschen seien dabei getötet worden. Ähnliches berichteten die BBC Burmese Service Website und der Than Lwin Khet News Service.

          „Bewaffnete Terroristen“

          Die staatliche Zeitung „Global Night of Myanmar“ meldete dagegen, „bewaffnete Terroristen“ hätten patrouillierende Sicherheitskräfte in einen Hinterhalt gelockt. Ein Soldat sei getötet, sechs seien verletzt worden. Nach Vergeltungsmaßnahmen der Soldaten hätten sich die Angreifer zurückgezogen. Ein Sprecher des Militärs reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme zu den Ereignissen in Depayin. Die Stadt liegt in der Region Sagaing, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Naypyidaw.

          Die Volksverteidigungskräfte erklärten auf ihrer Internet-Seite, 18 ihrer Mitglieder seien getötet und elf verletzt worden. Solche Organisationen wurden in vielen Teilen Myanmars gegründet, um sich dem Militär entgegenzustellen. Einige stehen in Verbindung zur oppositionellen Regierung der Nationalen Einheit, die im Untergrund als eine Art Schattenregierung installiert wurde.

          Seit dem Putsch am 1. Februar und dem Sturz der Regierung von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gibt es regelmäßig Proteste gegen das Militär. In vielen Teilen des Landes, in dem zahlreiche Ethnien leben, kommt es immer wieder zu Gewalt. Auch rund zwei Dutzend ethnische Milizen kämpfen seit Jahrzehnten in den Grenzgebieten für mehr Autonomie. Die Stadt Depayin aber liegt im Kernland der Mehrheit der Bamar, die auch das Militär dominieren.

          Begleitet von Protesten hatte Juntachef und General Min Aung Hlaing am Samstag seinen 65. Geburtstag begangen. Bereits kurz nach dem Militärputsch hatte die Junta das auf 65 Jahre begrenzte Alterslimit für den Armeechef und seinen Stellvertreter aufgehoben. Damit kann Min Aung Hlaing jetzt solange im Amt bleiben, wie er will. Proteste gab es Augenzeugen zufolge unter anderem in Yangon (vormals Rangun), der größten Stadt des südostasiatischen Landes. Dort verbrannten Demonstranten Fotos des Juntachefs. Auch in Mandalay, im Kayah-Staat und vielen anderen Gegenden des Landes setzten Demonstranten Augenzeugen zufolge Bilder des Juntachefs in Brand. Auch ließen sie nachgebaute Särge in Flammen aufgehen und spielten damit auf eine Beerdigung Min Aung Hlaings an.

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