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25 Jahre Srebrenica-Massaker : Wie kann man erzählen, was war?

Geflüchtete aus Srebrenica: Filmszene aus „Quo vadis, Aida“ Bild: Foto Deblokada Film

Das Massaker von Srebrenica gilt als das größte Massaker in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein Film darüber erregt in Bosnien die Gemüter – obwohl ihn noch kaum jemand gesehen hat.

          9 Min.

          Dürfen Opfer Läuse haben? Genauer gefragt: Wenn man von Menschen erzählt, die Opfer waren – ist dann die Vermutung erlaubt, dass sie vielleicht Läuse hatten? Mit diesen Fragen ließe sich ein Streit umreißen, der in Bosnien-Hercegovina geführt wird, und das zu einem für das Land historischen Datum: Es ist jetzt exakt ein Vierteljahrhundert her, seit in der vermeintlichen „UN-Schutzzone“ Srebrenica ein mehrtägiges Massaker begann, bei dem mehr als 7000 muslimische Bosnier von Truppen unter dem Oberbefehl des bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladić erschossen wurden.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Am 11. Juli 1995 hatten Mladićs Männer die von ihnen seit Jahren belagerte Enklave überrannt und damit begonnen, Männer im kampffähigen Alter von Frauen und Kindern abzusondern. Die Männer wurden abgeführt, angeblich zur Überprüfung der Personalien.

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