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Strafgerichtshof in Den Haag : 25 Jahre Haft für ugandischen Rebellenführer Ongwen

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Erstmals muss ein Anführer der berüchtigten zentralafrikanischen Rebellengruppe LRA wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ins Gefängnis: Dominic Ongwen (Aufnahme vom Prozessbeginn 2016) Bild: Reuters

Der Internationale Strafgerichtshof hat den ugandischen Rebellenführer Dominic Ongwen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Haft verurteilt. Ongwen war als Kind selbst Opfer der Rebellengruppe geworden.

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          Erstmals muss ein Anführer der berüchtigten zentralafrikanischen Rebellengruppe LRA wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ins Gefängnis. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag verhängte am Donnerstag eine 25 Jahre lange Haftstrafe gegen den Ugander Dominic Ongwen, der unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung, Plünderungen und mehrerer Angriffe auf die Zivilbevölkerung in Uganda verurteilt worden war. Die gut sechs Jahre, die Ongwen in Untersuchungshaft saß, werden von der Strafe abgezogen. Die Verkündung des Strafmaßes war mit Spannung erwartet worden, weil der etwa 46 Jahre alte Mann als Kind selbst Opfer der „Widerstandsarmee des Herrn“ geworden war, später jedoch zu einem ihrer Anführer aufstieg.

          Der Vorsitzende Richter aus Deutschland, Bertram Schmitt, sagte, Ongwen sei trotz seiner eigenen Entführung als Kind voll zurechnungsfähig, habe eigenständig gehandelt und nicht versucht, die Rebellengruppe zu verlassen. Das Gericht könne jedoch seine Erfahrungen brutaler Gewalt als Kind nicht ignorieren und verhänge deshalb eine geringere Strafe.

          Ongwen war als Kind in Norduganda verschleppt worden und stieg zu einem Stellvertreter des flüchtigen LRA-Chefs Joseph Kony auf. Die Verteidigung hatte argumentiert, Ongwen leide durch seine Erfahrungen an einer geistigen Störung und sei zu den Verbrechen genötigt worden. Bei seiner Verurteilung Anfang Februar hatten die Richter das Argument jedoch abgelehnt und Ongwen in 61 von insgesamt 70 Anklagepunkten schuldig gesprochen.

          Tod, Entführung und Vertreibung Zehntausender Menschen

          Ongwen hatte dem Urteil zufolge mehrere Jahre lang unter anderem Mädchen entführen lassen, die als Sexsklavinnen missbraucht oder mit LRA-Kämpfern zwangsverheiratet wurden. Unter Ongwens Führung wurden laut dem Gericht zudem Flüchtlingslager angegriffen und geplündert. Die Entscheidung des Strafgerichtshofs im Februar war die erste Verurteilung eines LRA-Anführers weltweit. Die LRA wird für den Tod, die Entführung und Vertreibung von Zehntausenden Menschen verantwortlich gemacht. Eine Schwester Ongwens schilderte ihre Erlebnisse gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vor drei Jahren.

          Mohammed Olanyia (links) verlor 2004 bei einem Massaker der „Widerstandsarmee des Herrn“ in Lukodi seine gesamte Familie. Auf dem Bild verfolgt er mit anderen Dorfbewohnern die Übertragung der Urteilsverkündung im Februar aus Den Haag.
          Mohammed Olanyia (links) verlor 2004 bei einem Massaker der „Widerstandsarmee des Herrn“ in Lukodi seine gesamte Familie. Auf dem Bild verfolgt er mit anderen Dorfbewohnern die Übertragung der Urteilsverkündung im Februar aus Den Haag. : Bild: AFP

          Der Prozess gegen Ongwen war im Dezember 2016 eröffnet worden und das bisher umfangreichste Verfahren am Internationalen Strafgerichtshof. Die Höchststrafe, die das Gericht verhängen kann, liegt bei 30 Jahren Haft, in Ausnahmefällen auch lebenslang. Ongwen hat bereits Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt und kann auch das Strafmaß anfechten. Der Ugander hatte sich im Januar 2015 nach mehreren Jahren auf der Flucht der Justiz gestellt.

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