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24 Tote in Kabul : Entsetzen nach Taliban-Anschlag

  • Aktualisiert am

Das Restaurant galt als gut gesichert Bild: AP

Mindestens 24 Menschen haben die Taliban bei dem Anschlag auf ein Restaurant in Kabul getötet. Unter den Opfern sind mehrere Ausländer, nach Berliner Angaben aber keine Deutschen.

          3 Min.

          Ein verheerender Anschlag der Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit 24 Toten hat am Samstag weltweit für Entrüstung gesorgt. Die Vereinten Nationen (UN) und die Europäische Union (EU), deren Mitarbeiter unter den Opfern waren, verurteilten den Anschlag vom Freitagabend auf ein unter Ausländern beliebtes und stark gesichertes Restaurant. Auch der afghanische Präsident Hamid Karzai zeigte sich entrüstet, übte aber zugleich Kritik an den westlichen Verbündeten.

          Scharfe Worte kamen von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Solche Anschläge auf Zivilisten seien „völlig inakzeptabel“ und ein „abscheulicher Bruch der internationalen Menschenrechte“, sagte Ban. „Sie müssen sofort aufhören.“

          Auswärtiges Amt: Wohl keine deutschen Opfer

          Entgegen den frühen Behauptungen der Taliban sind beim dem Anschlag wahrscheinlich doch keine Deutschen getötet worden. Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, auch einen Tag nach dem Angriff gebe es dafür noch immer keine Anhaltspunkte. An dieser Einschätzung werde sich wahrscheinlich auch nichts mehr ändern. Zuvor hatten die Taliban erklärt, dass unter den Opfern „eine Reihe ranghoher deutscher Diplomaten“ sei. Außenminister Steinmeier zeigte sich bestürzt und verurteilte den „feigen Anschlag in Kabul“, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Samstag sagte.

          Auch der UN-Sicherheitsrat zeigte sich entsetzt. Das Gremium äußerte abermals seine tiefe Besorgnis über die Bedrohung, die die Taliban, das Terrornetz Al Qaida und andere bewaffnete Gruppen für die Bevölkerung, die afghanischen Sicherheitskräfte, die internationale Schutztruppe und die internationalen Hilfsorganisationen darstellten.

          Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte: „Solche wahllosen Terror- und Zerstörungstaten können niemals gerechtfertigt werden.“ Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton versicherte, die EU werde das afghanische Volk weiter unterstützen.

          Bei dem Angriff wurden nach Polizeiangaben insgesamt 24 Menschen getötet - 13 Ausländer, acht afghanische Zivilisten sowie die drei Taliban-Angreifer. Unter den Toten sind nach Angaben des afghanischen Innenministeriums vier Frauen. Zudem wurde der Afghanistan-Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Libanese Wabel Abdallah (60), nach Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde getötet.

          Taliban wollten gezielt Ausländer töten

          Nach Angaben aus London, Kopenhagen und Brüssel waren auch zwei Briten sowie eine dänische Mitarbeiterin der europäischen Polizeimission Eupol unter den Todesopfern. Die amerikanische Botschaft in Kabul bestätigte, dass „mindestens zwei amerikanische Privatpersonen“ unter den Toten waren.

          Die Taliban, die sich zu dem Anschlag bekannten, sprachen am Samstag von insgesamt 37 Toten - „29 ranghohe ausländische Eindringlinge und acht afghanische Söldlinge“. Angaben der Taliban zu Opfern waren in der Vergangenheit jedoch stets ungenau oder übertrieben.

          Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid teilte mit, der Selbstmordanschlag habe Ausländern in der Stadt gegolten. Es habe sich um einen Vergeltungsschlag für ein „Massaker“ in der Provinz Parwan in dieser Woche gehandelt. Dort waren nach Darstellung eines Mitarbeiters aus dem Büro von Präsident Karzai bei dem Nato-Luftangriff sieben Kinder und eine Frau getötet worden.

          Mit Blick darauf forderte Karzai die Nato auf, genauer zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. „Wenn die von den Vereinigten Staaten angeführten Nato-Truppen Partner und Alliierte der Afghanen sein wollen, dann müssen sie den Terrorismus bekämpfen“, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung des Präsidenten. Er warnte davor, „Terroristen und Opfer“ zu verwechseln, eine Anspielung auf zivile Opfer bei Einsätzen der internationalen Schutztruppe Isaf.

          Nach Erkenntnissen der Polizei hatten drei Taliban das stark abgesicherte libanesische Spezialitäten-Restaurant im Viertel Wazir Akbar Khan angegriffen, in dem viele ausländische Botschaften ihren Sitz haben. Einer der Angreifer schaltete das Wachpersonal aus, indem er das am Körper getragene Sprengstoffpaket zündete. Seine beiden Komplizen stürmten daraufhin das Restaurant und feuerten auf Gäste und Angestellte. Dabei starb auch der libanesische Besitzer des Restaurants. Die Angreifer wurden später bei Schusswechseln mit der Polizei getötet.

          In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Angriffe in Kabul gegeben, darunter auch einen Selbstmordanschlag. In einem zweiten Fall war ein Selbstmordattentäter erschossen worden, bevor er seine Bombe zünden konnte.

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