https://www.faz.net/-gpf-92skk

Selbstmordanschlag in Somalia : Zahl der Opfer in Mogadischu steigt auf mehr als 200

  • Aktualisiert am

Auch am Sonntag werden noch Leichen aus den Trümmern geborgen. Bild: dpa

Der jüngste Selbstmordanschlag in Mogadischu ist besonders folgenschwer. Noch am Tag darauf werden Opfer aus den Trümmern geborgen. Nun ist schon von 231 Toten die Rede.

          2 Min.

          Die Zahl der Opfer des Anschlags in Somalias Hauptstadt Mogadischu steigt immer weiter. In Polizeikreisen ist mittlerweile schon von 231 Toten die Rede. Diese Zahl stützen auch Angaben von Vertretern mehrerer Krankenhäuser. Die Explosion einer Lastwagenbombe im Stadtzentrum forderte überdies hunderte Verletzte. Auch am Tag nach der Tat wurden noch etliche Opfer aus den Trümmern der beschädigten Gebäude geborgen. Die meisten Opfer seien Zivilisten, sagte ein Mitarbeiter des Madina-Krankenhauses, in das viele Verletzte gebracht wurden. Zudem sollen mehrere Soldaten getötet worden sein.

          Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der Informationsminister des Landes machte aber die Terrormiliz Al Shabaab verantwortlich. Unklar blieb zunächst auch, was genau das Ziel des Anschlags war. Der Angriff sei eine nationale Tragödie, sagte Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed im staatlichen Radio. Er forderte die Menschen dazu auf, für die Verletzten Blut zu spenden, und rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

          „Wie nach einem Erdbeben“

          Ein Lastwagen sei am Samstag mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang gerast und habe im Stau stehende Motorräder sowie Autos überrollt oder aus dem Weg geschoben, berichteten Augenzeugen. Sicherheitskräfte hatten demnach versucht, auf den Fahrer zu schießen, er erreichte dennoch eine der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu und sprengte sich und den Wagen dort in die Luft.

          Ein verletzter Zivilist wird von einem somalischen Soldaten gestützt. Bilderstrecke
          Ein verletzter Zivilist wird von einem somalischen Soldaten gestützt. :

          Die Explosion hat umliegende Gebäude massiv beschädigt. Noch in Hunderten Metern Entfernung gingen Fenster zu Bruch, Türen wurden aus den Angeln gerissen. Einige Gebäude stürzten teilweise ein. Mogadischus Bürgermeister Thaabid Abdi eilte zum Anschlagsort und forderte Bagger an, um Opfer aus den Trümmern zu bergen.

          In der Gegend, in der sich der Anschlag ereignete, befinden sich etliche Hotels, Geschäfte, Restaurants und Regierungsgebäude. Zeugen mutmaßten, womöglich sei ein bei Regierungsmitarbeitern, Journalisten und aus dem Ausland zurückkehrenden Somalis beliebtes Hotel Ziel des Attentäters gewesen.

          „Ich habe noch nie so einen schlimmen Anschlag gesehen“, sagte Ahmed Hassan, ein Augenzeuge. „Die Zerstörung sieht aus wie nach einem Erdbeben.“ Ein weiterer Augenzeuge, Abdiasis Qorane, sagte, sein Auto sei eines von mehr als hundert Fahrzeugen gewesen, die durch die Explosion ausbrannten. „Überall war Blut“, sagte er.

          Somalias Informationsminister Abdirahman Yarisow verurteilte den Angriff, den er der Terrormiliz Al Shabaab zuschreibt. „Die Regierung arbeitet daran, Informationen über die genaue Todeszahl dieses entsetzlichen Angriffs durch Terroristen zu sammeln“, sagte Yarisow im staatlichen Radiosender.

          In Somalia kommt es immer wieder zu Anschlägen durch Al Shabaab. Die mit dem Terrornetz Al Qaida in Verbindung stehenden militanten Sunniten wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat mit strikter Auslegung des islamischen Rechts (Scharia) errichten. Eine 22.000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Frank Riemensperger (l) und Thomas Prefi in der Redaktion der F.A.Z. in Frankfurt

          Unternehmensberater : „Wir krabbeln nicht auf den Sendemast“

          Accenture übernimmt die Ingenieursberatung Umlaut. Es ist einer der größte Zukäufe der Unternehmensgeschichte. Ein Gespräch mit Accenture-Deutschland-Chef Frank Riemensperger und Umlaut-Gründer Thomas Prefi.
          Der Tatort: Ein Polizist zieht ein Absperrband.

          Todesschüsse bei Polizeinsatz : Getöteter war als Gewalttäter bekannt

          Der Mann, der beim Polizeieinsatz in Frankfurt-Griesheim getötet wurde, war offenbar hochgefährlich. Er überwältigte nicht nur einen Beamten, bevor dessen Kollegin die Schüsse abgegeben hat. Er war auch im Besitz von Waffen.
          Der Impfstoff macht den Unterschied,  doch  wie heftig der Körper darauf reagiert, hängt oft auch entscheidend von der Psyche des Impflings ab.

          Corona-Impfung : Die Angst vor den Nebenwirkungen

          Ob und wie jemand auf den Impfstoff gegen Covid-19 reagiert, lässt sich nicht vorhersagen. Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen spielt dabei offenbar auch eine Rolle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.