https://www.faz.net/-gpf-9rruh

Zahlen der Vereinten Nationen : 2019 bereits mehr als 1000 Tote im Mittelmeer

  • Aktualisiert am

Ein leeres Schlauchboot treibt vor der Küste Libyens. Die Flüchtlinge waren kurz zuvor von der Organisation „Mediterranea“ gerettet worden. Bild: Fabian Heinz/Sea-Eye

Mehr als 1000 Menschen sind in diesem Jahr bei dem Fluchtversuch über das Mittelmeer gestorben. Das geht aus Zahlen der UN hervor. Derweil nimmt ein Gremium zur Minderung von Fluchtursachen die Arbeit auf

          1 Min.

          Bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer sind seit Anfang des Jahres laut UN vermutlich mehr als 1000 Migranten und Flüchtlinge gestorben. Damit werde 2019 das sechste Jahr in Folge mit mehr als 1000 Todesopfern im Mittelmeer sein, teilte die Internationale Organisation für Migration der UN am Dienstag in Genf mit.

          Seit 2014 seien auf dem Mittelmeer mindestens 15.000 Migranten und Flüchtlinge gestorben, die meisten seien ertrunken. Von Januar bis September 2019 seien 994 gestorbene Migranten und Flüchtlinge offiziell erfasst worden. Ein Schiffsunglück vor der Küste Marokkos am vergangenen Wochenende müsse noch untersucht werden, die IOM rechnet dabei mit 40 Todesopfern.

          Die meisten Migranten und Flüchtlinge verlassen ihre Heimatländer, um Armut und Gewalt zu entkommen. Sie stammen aus afrikanischen Staaten wie Eritrea und Nigeria und aus asiatischen Ländern wie Afghanistan und Syrien. Viele der Schlepperboote, die für die Überfahrt über das Mittelmeer benutzt werden, sind nicht seetauglich.

          Neues Gremium zur Minderung von Fluchtursachen

          Derweil nimmt ein neues Expertengremium der Bundesregierung zur Minderung von Fluchtursachen am Mittwoch die Arbeit auf. Die 24 Mitglieder der Fachkommission Fluchtursachen kommen dazu im Entwicklungsministerium in Berlin zu ihrer ersten Sitzung zusammen, wie das Ministerium am Dienstag mitteilte. Mit dabei sind Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, Wirtschaft und internationalen Organisationen.

          Den Vorsitz des Gremiums übernehmen die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, und die ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. Die Kommission soll Ursachen von Flucht und irregulärer Migration identifizieren und bis Ende 2020 einen Bericht mit Empfehlungen zur Minderung vorlegen.

          Die weltweite Flüchtlingssituation bleibe dramatisch, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). „Durch den Klimawandel könnten künftig noch mehr Menschen ihre Heimat verlieren; steigende Meeresspiegel und extreme Dürren bedrohen die Existenz von Hunderten Millionen“, warnte er. Betroffen seien vor allem Entwicklungsländer, die ohnehin schon 84 Prozent der Flüchtlinge aufnähmen. Derzeit sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rund 71 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht.

          Weitere Themen

          Kurden räumen Grenzstadt zur Türkei

          Nordsyrien : Kurden räumen Grenzstadt zur Türkei

          Die brüchige Waffenruhe nutzen kurdische Einheiten zum Rückzug aus einer umkämpften Stadt. Außenminister Maas nennt den türkischen Angriff völkerrechtswidrig – und in der Nato schließt unter anderem Deutschland den Bündnisfall aus.

          Grüne Parteien triumphieren Video-Seite öffnen

          Wahlen in der Schweiz : Grüne Parteien triumphieren

          Die Grüne Partei kann nach den Nationalratswahlen einen Zuwachs von sechs Prozentpunkten und 17 Sitzen verzeichnen. Die größten Verluste musste die rechtskonservative Schweizer Volkspartei einstecken.

          Das böse Radio?

          Frankfurter Zeitung 21.10.1929 : Das böse Radio?

          Das Radio bietet Politikern neue Wege, um sich der Bevölkerung mitzuteilen. Doch die direkte Übertragung birgt auch Risiken. Das scheint auch Hugenberg zu merken – und sagt eine Radiodebatte ab. Der Beschluss sorgt für Gespött.

          Topmeldungen

          Erst im Februar wurden die neuen Straßenschilder aufgehängt.

          Nordmazedonien und die EU : „Der Erweiterungsprozess ist klinisch tot“

          Für mögliche Beitrittsgespräche mit der EU hat Mazedonien sich in Nordmazedonien umbenannt. Nun wird daraus vorerst nichts. Im Interview spricht der ehemalige Außenminister Antonio Milošoski darüber, ob es einen Weg zurück gibt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.