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Zwanzig Jahre nach 9/11 : Wie Amerikas Veteranen leiden

Die ersten hundert amerikanischen Elitesoldaten landen am 20. Oktober 2001, gut einen Monat nach dem 11. September, in Kandahar in Afghanistan. Bild: U.S. Department of Defense/Reute

Zwanzig Jahre nach dem 11. September 2001 hat Amerika eine neue Generation von Kriegsveteranen. Die Antiterrorkrieger blicken auf militärische Siege, die sich in Niederlagen verwandelten. Zurückgeblieben sind große seelische Wunden.

  • -Aktualisiert am
          10 Min.

          Für Ted Anderson begann der Antiterrorkrieg am 12. September 2001. Um ein Uhr nachts klingelte das Telefon. Der Oberstleutnant glaubte, nur kurz eingedöst zu sein. Tatsächlich hatte er Stunden geschlafen. „Ted, ich krieg kein Auge zu. Lass uns zur Arbeit gehen“, sagte ihm sein Chef. Anderson erwiderte, er habe gar kein Auto. Das stehe noch auf dem Parkplatz des Pentagons, der von der Polizei gesperrt worden sei. „Ich hole dich in zwanzig Minuten ab“, sagte der Oberst und legte auf. Anderson zog seine Uniform an und wartete vor seinem Apartment in Alexandria.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Die kurze Fahrt nach Arlington werde er nie vergessen, erzählt Anderson. Über dem Pentagon glühte der Nachthimmel orange. Die Feuerwehr war noch dabei, den Brand zu löschen. „Da kommen wir doch nie rein“, sagte er dem Oberst. Sie kamen rein. „Am 12. September erschienen 18 000 Leute zur Arbeit – in einem brennenden Gebäude“. Anderson kneift die Lippen zusammen. Dann sagt er: „Sie wollten sich in ihrer Gefechtsstation melden. Wir waren im Krieg.“

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