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Syrische Beobachtungsstelle : Mindestens 15 Tote bei mutmaßlichem Raketenangriff Israels

  • Aktualisiert am

Ein Bericht über den mutmaßlichen Angriff Israels in den syrischen Nachrichten Bild: AP

Bei einem Angriff auf Ziele nahe Damaskus sollen 15 ausländische Kämpfer getötet worden sein. Trumps Ausstieg aus dem Atomabkommen verschärft die Spannungen in der Region. Israels Armee fürchtet einen Angriff Irans.

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          Israel setzt sein Vorgehen gegen militärische Aktivitäten Irans in Syrien fort. Bei einem mutmaßlichen israelischen Raketenangriff auf ein Gebiet in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden am Dienstagabend nach Angaben von Aktivisten 15 regierungstreue Kämpfer aus dem Ausland getötet, darunter acht Iraner. Kurz zuvor hatte die israelische Armee die Behörden auf den besetzten Golanhöhen aus Sorge vor einem iranischen Angriff angewiesen, die dortigen Schutzbunker zu öffnen.

          Die getöteten Kämpfer gehörten den iranischen Revolutionsgarden oder proiranischen schiitischen Milizen an, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Der Angriff habe auf ein Waffendepot abgezielt, das in den Händen der Revolutionsgarden gewesen sei. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

          Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Armee habe zwei israelische Raketen bei Damaskus abgefangen. Zuvor hatte Sana von „Explosionen“ berichtet. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Bränden in der Gegend, in der die Angriffe erfolgt waren.

          Zwei Zivilisten hätten ihr Leben verloren, meldete Sana unter Verweis auf Mediziner. Die Zivilisten seien auf einer Autobahn unterwegs gewesen und bei einer Explosion im Zusammenhang mit dem „israelischen Angriff“ getötet worden. Weitere Angaben zu dem Vorfall machte das Staatsfernsehen jedoch nicht.

          Israel flog in den vergangenen Jahren dutzende Angriffe auf Ziele in Syrien. Meist richteten diese sich gegen Waffenkonvois für die libanesische Hizbullah-Miliz, aber auch gegen iranische Stützpunkte. Bei Raketenangriffen Ende April in den Provinzen Hama und Aleppo waren Aktivisten zufolge mindestens 26 regierungstreue Kämpfer getötet worden, die meisten von ihnen Iraner. In der Regel bekennt sich Israel nicht zu den Angriffen.

          Derweil wurde der von Israel besetzte Teil der Golanhöhen in Alarmbereitschaft versetzt. Die israelische Armee wies die Behörden an, die Schutzbunker zu öffnen und in Bereitschaft zu versetzen. Die Anweisungen seien eine Folge von „irregulären Aktivitäten der iranischen Kräfte in Syrien“.

          Die Ankündigung wurde kurz vor der Rede des amerikanischen Präsidenten Donald Trump veröffentlicht, in der dieser den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Atomabkommen mit Iran verkündete. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Entscheidung begrüßt. „Israel unterstützt voll die heute getroffene mutige Entscheidung von Präsident Trump, das katastrophale Abkommen zu verlassen“, sagte Netanjahu in einer kurzen Fernsehansprache.

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