Brüskiertes Berlin :
Nicht allein Steinmeier steht vor einem Scherbenberg

Berthold Kohler
Ein Kommentar von Berthold Kohler
Lesezeit: 3 Min.
Vor vier Jahren: Bundespräsident Steinmeier händigt dem neuen Finanzminister und Vizekanzler Scholz die Ernennungsurkunde aus.
Die Ausladung Steinmeiers war maßlos überzogen und ein Geschenk für den Kreml. Und auch wenn Deutschland in der Vergangenheit Pakte mit dem Teufel schloss: Der Feind der Ukraine sitzt nicht in Berlin.

Steinmeier ist unerwünscht? Die Präsidenten Polens und der baltischen Republiken sind Selen­skyj willkommen, das Staatsoberhaupt Deutschlands nicht? Das klang so unglaublich, dass mancher die Nachricht für Fake News hielt, als sie in Berlin einschlug. Kiew hat, sicher zur größten Freude Moskaus, den Bundespräsidenten in einer Weise brüskiert, wie es ihm und auch seinen Vorgängern noch nicht widerfahren war. Ein schwereres Kaliber hätte der ukrainische Präsident nicht auffahren können, jedenfalls nicht gegen einen befreundeten Staat. Selenskyj ist sogar bereit, mit Putin zusammenzutreffen.

Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen
11,80 € jetzt nur 0,99 €

Jetzt Zugang 11,80 € für nur 0,99 € abonnieren?

  • Mit einem Klick online kündbar