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Auschwitz-Gedenken : Fischer: Das Menschheitsverbrechen schlechthin

  • Aktualisiert am

Fischer vor der UN-Vollversammlung Bild: AP

Zum ersten Mal hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen in einer Sondersitzung der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee gedacht.

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          Die UN-Vollversammlung hat am Montag im Rahmen einer Sondersitzung der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 60 Jahren gedacht. Die Sitzung war der erste offizielle Anlaß, den die Staatenorganisation der Befreiung des Lagers Auschwitz und anderer Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten widmete.

          Zum Präsidenten der Sitzung wurde als Vertreter des spanischen Außenministeriums der Schriftsteller Jorge Semprún bestimmt, der das Konzentrationslager Buchenwald überlebt hat. „Das Böse, das sechs Millionen Juden und andere in diesen Lagern vernichtet hat, bedroht uns alle auch heute noch“, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan vor der Sondersitzung.

          Die Sitzung war vom scheidenden amerikanischen UN-Botschafter John Danforth beantragt worden. Nach intensiver Lobby-Arbeit von Annan sowie der UN-Botschafter westlicher Staaten stimmten schließlich 138 der 191 UN-Mitgliedsstaaten für die Sondersitzung.

          „Das Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts schlechthin "

          Neben Außenminister Fischer nahmen auch die Außenminister Israels, Argentiniens, Armeniens, Frankreichs, Kanadas und - in dessen Eigenschaft als EU-Ratspräsident - Luxemburgs teil. Für die Überlebenden des Holocaust nahm der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel an der Sitzung teil.

          Außenminister Fischer sagte in seiner Rede, der Name des Vernichtungslagers Auschwitz stehe „für die Shoa, das Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts schlechthin“. Auf deutschen Befehl und durch Deutsche barbarisch gequält, seien Millionen Menschen „dem monströsen, kaltblütig geplanten Massenmord der Nazis zum Opfer gefallen: Jüdinnen und Juden - vor allem sie, aber auch Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte, Kriegsgefangene, Oppositionelle und viele andere Menschen aus ganz Europ“".

          „Historisch-moralische Verantwortung“

          Weil die barbarischen Verbrechen für immer Teil der deutschen Geschichte blieben, habe das demokratische Deutschland die Lehren daraus gezogen und sei von seiner „historisch-moralischen Verantwortung für Auschwitz tief geprägt“. Die Verantwortung für die Shoa verpflichte Deutschland ganz besonders dem Staat Israel:

          „Das Existenzrecht des Staates Israel und die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger wird im „Verhinderung von Völkermord in einzigartiger Weise geeignet und legitimier“ seien, sei die weitere Stärkung dieser Weltorganisation „eine Priorität deutscher Außenpolitik“ schloß Fischer.

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