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Ausbildung in Afghanistan : Warnung vor Dschihadisten

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Die Sicherheitsbehörden sind besorgt über die Zahl der deutschen Extremisten, die sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet militärisch ausbilden lassen.

          Die Sicherheitsbehörden sind besorgt über die Zahl der deutschen Extremisten, die sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet militärisch ausbilden lassen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, sagte der Zeitung „Tagesspiegel“, bei 70 radikalen Islamisten gebe es konkrete Hinweise, „dass sie in Terrorcamps eine paramilitärische Ausbildung absolviert haben“.

          Davon hätten 40 sogar Kampferfahrung aus Gefechten in Afghanistan. „Der Wunsch, in Afghanistan gegen die Amerikaner und sogenannte Ungläubige überhaupt zu kämpfen, ist groß“, sagte der BKA-Präsident. Immerhin sei es den Sicherheitsbehörden gelungen, seit Anfang 2009 insgesamt 26 Ausreisen gewaltbereiter Islamisten aus Deutschland zu verhindern. In Deutschland selbst halten sich nach Darlegung Zierckes mehr als 400 Islamisten auf, die eine Bedrohung für die innere Sicherheit darstellten. Rund 130 von ihnen seien einem harten Kern zuzurechnen, die das BKA als Gefährder einstufe, „von denen wir annehmen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblichem Ausmaß begehen könnten“, sagte Ziercke.

          Unterdessen sagte der in Afghanistan von den Amerikanern festgenommene deutsche Dschihadist Ahmad S. nach Angaben der Zeitschrift „Der Spiegel“ in Verhören über drohende Terroranschläge in Deutschland aus. Der aus Hamburg stammende Mann sei von amerikanischen Truppen in Afghanistan unter Terrorverdacht festgenommen und verhört worden, während der Vernehmungen habe er ausführlich über Szenarien für Anschläge in Deutschland und benachbarten Staaten ausgesagt. Die Bundesregierung prüfe die Aussagen derzeit mit Hochdruck. Der Mann gehört demnach zu der Gruppe Hamburger Extremisten, die zu Beginn des vergangenen Jahres verschwunden waren. Der Deutsch-Afghane soll der Terrorgruppe „Islamische Bewegung Usbekistans“ angehören und von den amerikanischen Behörden als wichtige Quelle eingeschätzt werden.

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