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Ausbildung bei der Marine : Ein ehrbarer Beruf

  • -Aktualisiert am

Nichts für Landratten: „Mann über Bord”-Übung auf dem Minensuchboot Bild: F.A.Z. - Christian Burkert

Von einer Offizierslaufbahn bei der Marine träumen viele: Jedes Jahr kommen fünfmal mehr Bewerber, als Plätze angeboten werden. Doch die Ausbildung ist hart, und die Einsätze in aller Welt belasten das Privatleben.

          Es ist noch dunkel, als Frederic Thewes sich zusammen mit sechs Kameraden auf den Weg zur ersten Unterrichtseinheit des Tages macht. Der neunzehn Jahre alte Hamburger ist einer von knapp neunzig Offiziersanwärtern, die derzeit an der Marineschule in Flensburg-Mürwik ihre nautische Grundausbildung erhalten. An diesem Vormittag steht Kraftbootfahren auf dem Stundenplan der Seekadetten. Die Morgensonne hat mittlerweile die Nebelschwaden über der Flensburger Förde vertrieben, die See ist glatt wie ein Spiegel. Hinter dem kleinen Bootshafen erhebt sich majestätisch das rote Schloss, in dem seit fast 100 Jahren die Offiziere der deutschen Marine ausgebildet werden.

          Obwohl gerade der seemännische Abschnitt der Ausbildung als besonders hart gilt, herrscht an Bewerbern kein Mangel. Jedes Jahr kommen fünfmal mehr Bewerber, als Plätze angeboten werden können. Fregattenkapitän Christoph Bober, einer der Ausbildungsleiter in Mürwik, weist noch auf eine andere Marine-Besonderheit hin: „Ungefähr ein Drittel der Interessenten sind Frauen.“ Mit einem Frauenanteil von knapp sieben Prozent ist die Marine die Teilstreitkraft mit den meisten weiblichen Angehörigen. Seit 2001 steht ihnen auch die Offizierslaufbahn offen.

          Der Weg zum Offizierspatent ist lang

          Auffallend viele Bewerbungen, sagt Bober, kämen aus den strukturschwachen Gebieten im Osten Deutschlands. Auf der Suche nach einem preiswerten Studium und einem krisensicheren Arbeitsplatz verfalle mancher auf den Gedanken, zur Marine zu gehen, auch wenn „nicht jeder unbedingt ans Horn von Afrika“ wolle. Doch den Eignungstest der Offiziersbewerberprüfzentrale in Köln bestehe nur, wer neben den körperlichen Voraussetzungen auch eine konkrete Vorstellung davon habe, warum er ausgerechnet diesen Beruf ergreifen möchte.

          Frederic Thewes, Seekadett

          Für den Seekadetten Thewes ist das nicht schwer zu beantworten, auch wenn seine Begründung ein wenig klingt wie die Formel des Fahneneides, den er und seine Kameraden nach ihrer Einstellung leisten mussten: „Ich will meinem Land dienen und die freiheitlich-demokratische Grundordnung Deutschlands verteidigen.“ Daneben sei für ihn aber auch die technische Seite des Berufs ein wichtiger Grund gewesen, um sich für zwölf Jahre zur Marine zu verpflichten. Später möchte er als Wachoffizier auf einem U-Boot fahren. Ihn fasziniere die „Vorstellung, sich unsichtbar machen zu können“. Etwas überrascht seien seine Eltern schon gewesen, als er ihnen verkündet habe, dass er Marineoffizier werden wolle. „Jetzt sind sie aber ziemlich stolz auf mich.“

          Der Weg, den Thewes und seine Kameraden eingeschlagen haben, ist lang, und nicht alle halten ihn durch: Grundausbildung der angehenden Offiziere in Mürwik, Plön (dort geht es zur Infanterieausbildung) und auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ - 15 Monate; Studium an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München - vier Jahre im Hörsaal; dann Einweisung in den Flottenbetrieb an Bord - zwei bis fünf Monate lang; Ausbildung zum Fachoffizier - ein Jahr; schließlich die Systemausbildung - noch einmal drei bis sechs Monate.

          270 Tage im Jahr auf See

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