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Trotz Verbot von Chemiewaffen : Darauf kann man Gift nehmen

Gut geschützt: Ermittler im englischen Salisbury, wo Sergej Skripal vergiftet worden war. Bild: AP

Eigentlich haben sich fast alle Länder geeinigt, Chemie-Waffen zu verbieten. Die Geschichte des Gifts „Nowitschok“ zeigt, warum sie trotzdem bleiben werden.

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          Wer die Internetseite der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) besucht, stößt auf viele erfreuliche Nachrichten. Die Mitteilungen dort lesen sich so, als sei die Zeit der chemischen Waffen so gut wie abgelaufen. Doch als die Organisation am 13. März dem Irak zur Vernichtung seines Arsenals gratulierte, hat sich dafür kaum jemand interessiert – denn an diesem Tag sagte die britische Premierministerin Theresa May in London, entweder habe Russland die Kontrolle über seine Nervengiftbestände verloren, oder es stehe hinter dem Anschlag auf den ehemaligen britisch-russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Salisbury.

          Die Vergiftung der Skripals mit einem für militärische Zwecke entwickelten Gift ist nicht das einzige Ereignis in jüngster Zeit, das den guten Nachrichten der OPCW widerspricht. Im Februar vorigen Jahres wurde in Malaysia der Halbbruder des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un mit dem Nervengift VX ermordet. Und im syrischen Bürgerkrieg ist seit 2013 mehrere Male Giftgas eingesetzt worden – meistens durch das Regime von Baschar al Assad, wenigstens einmal aber auch von der Terrormiliz „Islamischer Staat“.

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