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Rechtsextremismus : Auch Mazyek erhält „NSU 2.0“-Drohmails

  • Aktualisiert am

Aiman Mazyek (Archivbild) Bild: dpa

Unter den Empfängern von Todesdrohungen ist auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. Der Absender „NSU 2.0“ hat ihn zuvor vermutlich lange beobachtet.

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          Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat ebenfalls Drohmails mit dem Absender „NSU 2.0“ erhalten. Es sei bereits die dritte Drohmail dieser Art, die er seit Anfang 2019 erhalten habe, sagte Mazyek am Mittwochabend dem Evangelischen Pressedienst (epd). Demnach enthält die jüngste Mail eine Morddrohung gegen ihn und seine Familie.

          Mazyek sagte, die Nachricht richte sich auch namentlich gegen Familienmitglieder. Der Täte müsse „mindestens gut recherchiert haben und mich lange beobachtet haben“. Ob der Absender der Morddrohung Zugriff auf Behördendaten gehabt habe, müssten die Ermittlungen zeigen. Er habe Anzeige erstattet. Diese Mails seien Proben für weitere, schlimmere Straftaten. Daher dürfe man nicht darüber schweigen.

          Gezielte Verschleierung

          Zuvor hatte Mazyek in einer Twitter-Videobotschaft geschrieben, bei der Mail handle es sich um eine „feige Straftat“. Die Drohmails stärkten ihn aber auch in seinem Engagement gegen jede Form von Rassismus. „Ich lasse mich auf keinen Fall von diesen demokratiezersetzenden, rassistischen Tiraden in meiner Arbeit behindern“, sagte er.

          Am Dienstag hatte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) im Innenausschuss des Wiesbadener Landtags von bislang 69 Drohschreiben mit dem Absender „NSU 2.0“ an 27 Personen und Institutionen in acht Bundesländern berichtet. In mehreren Fällen wurden Daten der Bedrohten über hessische Polizeicomputer abgefragt. Fast alle Drohschreiben stammen von derselben Mailadresse, die aber durch gezielte Verschleierung bislang keinem Absender zugeordnet werden konnte. Ein Sonderermittler soll aufklären, ob es sich um ein rechtes Netzwerk in der hessischen Polizei handelt.

          Unter den Empfängern der Drohmails sind viele Frauen, auch die Linken-Politikerin Janine Wissler und die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, die bereits im August 2018 Drohmails erhalten hatte. Die Anwältin hatte im Münchner NSU-Prozess Opferfamilien der rechtsterroristischen Gruppe vertreten. Auch die Journalistin Maybrit Illner und der Journalist Deniz Yücel sind bedroht worden.

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