Attentat auf Utøya :
Inmitten des Horrors

Von Lydia Rosenfelder
Lesezeit: 7 Min.
Die Fähre „MS Thorbjørn”: Nachdem der Mörder übergesetzt hatte, tötete er länger als eine Stunde lang
Während Anders Breivik auf der „Insel der Liebe“ tötet, sind die Jugendlichen auf der Flucht. Ali rennt barfuß durch den Wald, Kamzy kauert im Toilettenhäuschen, Adrian versucht, durch das Wasser zu entkommen. Als die Polizei endlich eintrifft, liegen überall Tote.

Die Insel ist leer. Nach heftigen Schauern leuchtet ein Regenbogen über den Kiefernwäldern. Gegenüber auf dem Festland stehen fünf Leute vom Roten Kreuz. Sie warten auf Pizza. Und darauf, dass sie ihre Arbeit hier beenden können. Im Wasser wird mit Booten, Tauchern und einem ferngesteuerten Mini-U-Boot nach einer Leiche gesucht. Es ist die letzte, die noch nicht geborgen wurde nach dem Massaker vor einer Woche. „Morgen hoffentlich“, sagt ein junger Mann. Er hat eine Karte vor sich. „Wir haben alles abgesucht. Den ganzen Fjord. Eine Gruppe mit Spürhunden hat dabei geholfen. Die Hunde saßen vorn in den Booten, die die Ufer abfuhren.“ Neben dem Mann steht ein kleines Fährboot. Es ist die „MS Thorbjørn“. Mit ihr fing alles an.

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