https://www.faz.net/-gpf-79ee8
 

Attentat-Risiko steigt : Terrorwarnungen

  • -Aktualisiert am

Erhöhte Wachsamkeit: Britische Polizisten vor dem Champions-League-Finale Bild: dpa

Das Risiko von Terrorakten wächst mit der Dauer der blutigen Auseinandersetzungen in der islamischen Welt. Die „Dschihad-Touristen“ werden eines Tages zurückkehren, mit gestörter Psyche und der Erfahrung des Tötens. Die Aussichten sind beunruhigend.

          Es ist verständlich, dass die Sicherheitsbehörden in der westlichen Welt vermehrt vor terroristischen Anschlägen warnen. Das hat mit gegebenen Anlässen zu tun, bei denen Terroristen ihr Ziel, maximalen Schrecken zu verbreiten, erreichen können: die „public viewings“ des Champions-League-Endspiels und die anschließenden Jubelfeiern waren eine solche Gelegenheit, ebenso wie vor einigen Wochen der Boston-Marathon. Eine andere Gefahr sind Einzeltäter, die in unseren Ländern vergleichsweise unauffällig leben, aber im Kontakt mit Hasspredigern oder von dschihadistischer Internet-Propaganda schleichend radikalisiert werden. Beispiele dafür sind die Mörder des britischen Soldaten in London oder der französische Muslim Mehra, der in Toulouse ein Massaker angerichtet hatte. Es spricht einiges dafür, dass der Mann, der in Paris kurz nach dem Mord in London einen französischen Soldaten attackiert und verletzt hat, ein Nachahmungstäter war.

          Das Risiko solcher Taten wächst mit der Dauer und dem Ausmaß der blutigen Auseinandersetzungen in der islamischen Welt. Im Fall des britischen Soldaten wollten die Täter Rache für die in Afghanistan getöteten Muslime üben - obwohl die meisten ermordeten Afghanen Opfer ihrer eigenen radikal-islamistisch gesinnten Landsleute sind. Doch gegen solche krude Logik, in der Rachegelüste wegen mangelnder Integration und weltpolitische Verblendung eine explosive Verbindung eingehen, ist vermutlich kein Kraut gewachsen.

          Ein weiterer Risikofaktor ist das verharmlosend „Dschihad-Tourismus“ genannte Phänomen. Es ist bekannt, dass viele deutsche Gefährder aus der islamistischen Szene sich in Pakistan oder im afghanischen Grenzgebiet aufgehalten haben, teilweise in Trainingslagern, die von den Taliban (oder Al Qaida) unterhalten wurden oder werden. Die Sicherheitsbehörden schätzen, dass inzwischen mehrere hundert über die Türkei oder den Libanon aus Europa eingereiste „heilige Krieger“ auf Seiten der Anti-Assad-Front in Syrien kämpfen. Sie werden eines Tages mit zerstörten Illusionen und schwer gestörten Psychen, dafür aber mit der Erfahrung des Tötens und praktischen Kenntnissen im Guerrilla-Krieg nach Europa zurückkehren. Trotz aller Bewunderung für die in Britannien ausgegebene stoische Parole, weiterzuleben wie bisher - diese Aussichten sind beunruhigend.

          Topmeldungen

          Das war nichts: Gegen Arsenal ist die Eintracht um Filip Kostic unterlegen.

          Heimdebakel in Europa League : Am Ende fällt die Eintracht auseinander

          Achtbarer Auftritt, bitteres Resultat: Frankfurt erspielt sich beim Start in die Europa League Torchancen in Hülle und Fülle, muss sich aber dem FC Arsenal geschlagen geben. In der nächsten Partie wird ein wichtigen Spieler fehlen.
          Signale des Bewusstseins, im Computer rekonstruiert: links ein fast bewusstloser Komapatient, rechts ein Gesunder, in der Mitte ein Komapatient mit Bewusstsein.

          Wegen Fehlverhaltens : Urteil gegen den Primus der Hirnforschung

          Der weltbekannte Hirnforscher Niels Birbaumer behauptet, Locked-In-Patienten wieder kommunikationsfähig zu machen. Jetzt hat ihn die DFG wegen Fehlverhaltens verurteilt. Er will trotzdem weitermachen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.