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Atomwaffen : Wettrüsten mit China

  • -Aktualisiert am

Chinesische ballistische Raketen vom Typ DF-41 auf einer Militärparade in Peking 2019 Bild: AP

Die Vereinigten Staaten erwarten einen Aufwuchs des chinesischen Nukleararsenals. Sie werden entsprechend reagieren.

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          Ob China im Jahr 2030 wirklich tausend Nuklearsprengköpfe haben wird, wie es das US-Verteidigungsministerium vorhersagt, ist ungewiss. In neun Jahren kann viel passieren, politisch wie wirtschaftlich. Kein Zweifel besteht aber daran, dass zum nationalistisch aufgeladenen Modernisierungskurs Xi Jinpings auch ein kräftiger Aufwuchs des Militärs gehört, einschließlich der Atomwaffen. China arbeitet offenkundig daran, sein Arsenal schlagkräftiger zu machen.

          Das ist auch eine Reaktion auf neue amerikanische Systeme, etwa die Raketenabwehr, und die wachsenden Konflikte mit dem Westen. Während China seine vergleichsweise kleine Atomstreitmacht früher als Instrument der Minimalabschreckung betrachtete, scheint heute das Bedürfnis nach einer nuklearen Unterfütterung des Großmachtanspruchs eine Rolle zu spielen.

          Von den nuklearen Kapazitäten Amerikas und Russlands wäre China selbst nach den Berechnungen des Pentagons noch weit entfernt. In Washington werden trotzdem viele für eine weitere Stärkung der eigenen Kräfte plädieren, weil alles, was über den Status quo hinausgeht, im Ringen mit China als bedrohlich wahrgenommen wird.

          Das sind die Zutaten für ein klassisches Wettrüsten. Wie die SPD in so einem Umfeld globale Abrüstungsgespräche auf den Weg bringen will, kann sie bald in der Regierung beweisen.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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