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Atomstreit mit Iran : Durchbruch?

Jene Kräfte in Amerika, Iran und Israel, die eine Einigung im Atomstreit verhindern wollen, könnten ihren Willen noch bekommen. Der Jubel über den vermeintlichen Durchbruch war jedenfalls verfrüht.

          Da hat Irans geistliches Oberhaupt recht: Es gibt keine Garantie, dass bis Ende Juni ein endgültiges Abkommen über das Atomprogramm Irans erzielt ist. Das hängt - Überraschung - auch an der Forderung der iranischen Führung, dass alle Sanktionen gegen das Land zum Zeitpunkt der Unterzeichnung aufgehoben werden müssten. Die Regierung Obama etwa will Sanktionen peu à peu aufheben, abhängig von iranischer Kooperation; dem Kongress ginge selbst das zu weit.

          Jene Kräfte in Washington und Teheran (und Israel), die das Rahmenabkommen von Lausanne für schlecht halten und eine Einigung verhindern wollen, könnten ihren Willen noch bekommen. Der Jubel über den vermeintlichen Durchbruch war jedenfalls verfrüht.

          Ebenso ist es eine Illusion, zu glauben, eine Einigung im Atomkonflikt würde auf den Mittleren Osten insgesamt beruhigend wirken. Würde sie nicht; der sunnitisch-schiitische Zusammenprall und die saudisch-iranische Rivalität werden immer heftiger. Und Amerika wirft dem Kontrahenten Iran Destabilisierung der Region vor. Entspannungssignale? Vertrauen? Keine Spur!

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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