https://www.faz.net/-gpf-9mqbw

Asia Bibi : Ein Sieg des Rechts

Asia Bibi, hier auf einem Archivbild aus dem November 2010 Bild: AP

Der Fall Asia Bibi in Pakistan zeigt, dass es nicht reicht, dass ein Staat den Minderheiten weitreichende Rechte gewährt. Er muss sie gegenüber radikalen Teilen der Gesellschaft auch verteidigen und durchsetzen können.

          In Pakistan hat das Recht über den religiösen Fanatismus gesiegt. Der pakistanische Staat hat trotz massiver Proteste islamischer Eiferer dafür gesorgt, dass die Christin Asia Bibi, die von der Anklage der Blasphemie freigesprochen worden war, das Land nun endlich verlassen und nach Kanada ausreisen durfte.

          Damit geht eine für den pakistanischen Staat peinliche Geschichte (hoffentlich) zu Ende. Denn an dem Fall von Asia Bibi lässt sich zeigen, dass es nicht ausreicht, wenn ein Staat den Minderheiten weitreichende Rechte gewährt. Er muss sie gegenüber radikalen Teilen der Gesellschaft auch verteidigen und durchsetzen können. Das ist in Pakistan aber nicht immer der Fall.

          Radikale und gewaltbereite Islamisten hatten über Jahre gefordert, das Todesurteil gegen Asia Bibi auch zu vollstrecken. Die Christin hatte jedoch stets dementiert, je den Propheten des Islams beleidigt zu haben. Asia Bibi ist in den vergangenen zehn Jahren zu einer Symbolfigur für die Unterdrückung der Religionsfreiheit geworden. Gebessert hat sich die Lage in Pakistan durch Bibis Ausreise aber nicht grundsätzlich.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.
          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.